20.02.2019 06:00
Quelle: schweizerbauer.ch - sda/blu
Thurgau
Bauer Hausammann nicht nominiert
Die Thurgauer SVP schickt Regierungsrat Jakob Stark in den Ständeratswahlkampf. Er soll im Herbst den Sitz des zurücktretenden Roland Eberle verteidigen. Stark setzte sich vor den Delegierten gegen Nationalrat Markus Hausammann durch.

Die 282 Delegierten nominierten Stark am Dienstagabend in Bussnang mit 173 Stimmen. Sein Gegenkandidat Markus Hausammann erhielt 103 Stimmen. Der 60-jährige Jakob Stark ist Vorsteher des Thurgauer Finanz- und Sozialdepartements. Er gehört der Kantonsregierung seit 2006 an. Im Fall einer Wahl in den Ständerat will Stark als Regierungsrat zurücktreten, wie er erklärte.

Den Ausschlag gab Starks grössere Bekanntheit im Kanton als Regierungsrat und seine vielseitige politische Erfahrung. Er sei eher in der Lage, für die SVP den Ständeratssitz im ersten Wahlgang zu sichern, wurde argumentiert. Mit Stark gaben die Delegierten dem Akademiker den Vorzug vor dem Bauern Hausammann.

Die Delegierten waren laut Parteiführung «in der komfortablen Lage, aus zwei Top-Kandidaten für den Ständerat auswählen zu können». Der unterlegene Markus Hausammann hatte ganz auf die Karte Ständerat gesetzt.

Der Meisterlandwirt aus Langrickenbach wurde 2011 in den Nationalrat gewählt. Der 54-Jährige führt einen Landwirtschaftsbetrieb mit Kühen, Obstbäumen und Ackerland. Als Nationalrat tritt er 2019 nicht mehr an. Hausammann wird zudem im Frühling 2020 als Präsident Verbandes Thurgauer Landwirtschaft (VTL) zurücktreten. Ob die politische Karriere von Hausammann im kommenden Oktober definitiv endet, wird sich weisen. 

Er wird aber künftig mehr Zeit für seinen Landwirtschaftsbetrieb aufwenden können. «Sollte das mit dem Ständerat nicht gelingen, würde sich nach Abschluss meiner nationalrätlichen Tätigkeit im Herbst erst einmal mein Pensum zuhause auf dem Bauernhof wieder erhöhen», sagte er erst vor wenigen Tagen gegenüber dieostschweiz.ch

Hausammann politisert seit 23 Jahren. «Es war mir immer wichtig, parallel dazu das berufliche Standbein à jour zu halten, um finanziell nicht in die Abhängigkeit meiner politischen Mandate zu geraten. Das ermöglichte mir zeitlebens eine unabhängige Meinung zu haben und diese auch zu äussern», sagt er gegenüber dem Onlineportal.

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