16.04.2020 18:13
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Coronakrise
Bauern können Erwerbsausfall anmelden
Die Massnahmen zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie werden schrittweise aufgehoben. Das hat der Bundesrat am Donnerstag beschlossen. Der Schweizer Bauernverband sieht hierbei gute wie schlechte Nachrichten für die Bauernbetriebe.

Die Zahl der Neuansteckungen geht seit bald zwei Wochen zurück, die Kapazität der Schweizer Spitäler ist bisher nie ausgereizt worden. Die Experten des Bundes gehen davon aus, dass der Höhepunkt der Epidemie überschritten ist. Vor diesem Hintergrund hat der Bundesrat vergangene Woche eine schrittweise Lockerung der Mitte März beschlossenen Einschränkungen angekündigt. 

Blumenfelder werden in 2 Wochen wiedereröffnet

Ab dem 27. April, der ersten Lockerungsstufe, wird der Verkauf von Blumen wieder erlaubt. Für Gärtnereien und Gartencenter ist das eine gute Nachricht. Aber auch für Bauernbetriebe sind die guten Neuigkeiten. Blumenfelder dürfen wieder öffnen, das heisst, Kunden dürfen ihre Pflanzen wieder selbst auf den Feldern pflücken gehen. In den vergangenen Tagen hat die Polizei vielerorts solche Felder geschlossen.

Der Bauernverband begrüsst diese Massnahme der Landesregierung. «Damit ist auch die Versorgung der privaten Gärten mit Setzlingen und Saatgut gewährleistet», heisst es in der Mitteilung.

SBV wegen Wochenmärkte hässig

Gar nicht verstehen kann der SBV, dass Wochenmärkte erst in der sogenannten zweiten Lockerungswelle vom 11. Mai wiedereröffnen dürfen. «Diese verkaufen erstens Lebensmittel, zweitens finden sie draussen statt und drittens lassen sich dort die Abstand- und Hygienemassnahmen problemlos einhalten», macht der Verband deutlich. 

Und der SBV verweist auch auf unseren östlichen Nachbarn. In Österreich waren Wochenmärkte trotz Ausgangsbeschränkung immer erlaubt.

Bauernbetriebe können Erwerbsausfall beantragen

Zufrieden ist der Schweizer Verband hingegen mit der Ausdehnung der Erwerbsausfallentschädigung. Neu können Selbstständigerwerbende auch ohne komplette Betriebsschliessung im Rahmen einer Härtefallregelung eine Entschädigung für ihren Umsatzausfall beantragen.

Es handelt sich hierbei um Betriebe, die zwar selber nicht schliessen mussten, aber aufgrund des Lockdowns grosse Umsatzeinbussen in Kauf nehmen müssen. Dies deshalb, weil sie beispielsweise Restaurants oder Hotels nicht mehr beliefern können. Solche Betriebe können ihren Erwerbsausfall anmelden. Die Voraussetzung hierfür ist, dass ihr AHV-pflichtiges Erwerbseinkommen höher ist als 10’000 Franken, aber 90’000 Franken nicht übersteigt.

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