25.10.2016 18:17
Quelle: schweizerbauer.ch - lid/blu
Zürich
Bauern wollen Humus besser einsetzen
Der Zürcher Bauernverband (ZBV) unterstützt deshalb die Revision des kantonalen Bau- und Planungsgesetzes (PGB), das am 27. November zur Abstimmung kommt. Humus soll nicht mehr auf die Deponien gelangen. Er bietet seine Hilfe beim Aufwerten von Böden an.

Der ZBV unterstütze mit einer selbständigen und breit angelegten Kampagne die Revision des Bau- und Planungsgesetzes, schreibt er in einer Medienmitteilung. Der Verband begrüsse, dass mit den Anpassungen die Bemühungen um das Kulturland nun auch gesetzlich verankert seien. Damit werde der Kulturlandschutz langfristig gesichert.

Das PBG sieht vor, dass die Gemeinden nach innen wachsen. Wird gebaut, wird auch die Humusschicht abgetragen. Für unverständlich hält es der Verband, dass wertvoller Humus auf Deponien als Abfall entsorgt wird. Humus sei Leben und dürfe kein Abfall sein, heisst es in der Mitteilung.

Mit dezentralen Aufwertungen von weniger gutem Kulturland könne dieses Boden-Material sinnvoll und nachhaltig wiederverwertet werden. Der ZBV zeigt sich bereit, dabei eine gewisse Koordination anzubieten und die Prozesse damit möglichst optimal zu gestalten. Im Kanton Zürich landen gemäss dem Verband jährlich rund 60'000 Lastwagenladungen mit Aushub inklusive Humus auf Deponien. 

Die Revision des Planungs- und Baugesetzes ist eine Folge der Kulturlandinitiative. Diese verlangt, dass wertvolle Landwirtschaftsflächen, rund 880 Hektaren Land, und die Flächen von besonderer ökologischer Bedeutung durch den Kanton wirksam geschützt werden. Sie sollen in ihrem Bestand und ihrer Qualität erhalten bleiben, schreibt die Nachrichtenagentur SDA. Dies kann durch flächengleichen Ersatz durch Auszonung von Bauland geschehen oder durch die Aufwertung geeigneter Flächen, damit diese Böden ackerfähig werden.

Der ZBV wird in den nächsten Wochen eine eigene Kampagne für den Schutz des Kulturlandes führen. Das Argument der Gegner, die Vorlage schränke Gemeinden und Unternehmen ein, sei wegen der Möglichkeit der Kompensation schlicht falsch, hält der Verband. Und das mehr Subventionen ausgelöst würden, sei völlig verkehrt, denn Direktzahlungen gebe es schon heute, aber nicht mehr nach einer Aufwertung, zitiert die "NZZ" den ZBV-Vize Andreas Buri.

Mit seinem Ja zieht der ZBV vor der Abstimmung am 27. November mit den Grünen und der SP an einem Strick gegen die bürgerliche Mehrheit.


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