9.02.2020 16:30
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Bern
Bauerndorf darf zum Kanton Freiburg
Die bernische Exklave Clavaleyres darf zum Kanton Freiburg wechseln. Die Stimmberechtigten beider Kantone haben am Wochenende grünes Licht gegeben.

Ausstehend ist nun noch das Ja-Wort der Bundesversammlung. Läuft alles rund, ist Clavaleyres ab 2022 Teil des Kantons Freiburg.

Die Freiburger Stimmberechtigten hiessen den Wechsel am Wochenende mit 68'939 gegen 2723 Stimmen gut, was einem Ja-Stimmenanteil von 96,2 Prozent entspricht. Die Stimmbeteiligung betrug 36,1 Prozent. Im Kanton Bern gab es 249'860 Ja- und 30'763 Nein-Stimmen, die Vorlage wurde also mit 89 Prozent Ja-Stimmen angenommen. Die Stimmbeteiligung betrug 40,3 Prozent.

Die Berner Regierungsrätin Evi Allemann (SP) freute sich über das klare Ja der Berner und Freiburger Stimmberechtigten. Damit erhalte der kleine Ort «eine neue, realistische Perspektive», sagte Allemann am Sonntag vor den Medien in Bern.

Sie sprach von einem «pragmatischen Entscheid zugunsten einer Kleingemeinde», die dank der Fusion mit Murten nun vorwärts schauen könne. Ohne Zusammenschluss mit einer grösseren Gemeinde wäre das Überleben von Clavaleyres langfristig in Frage gestellt gewesen. 

Der Weiler Clavaleyres zählt 50 Einwohner, liegt in der Nähe des Murtensees und grenzt an die Kantone Freiburg und Waadt. Wie anderen Kleinstgemeinden fällt es Clavaleyres zunehmend schwer, die Aufgaben einer Gemeinde von Feuerwehr über Sozialdienst bis zum Schulunterricht zu erfüllen.

Die Gemeinde will sich deshalb der Stadt Murten anschliessen. 2018 sprachen sich die Stimmberechtigten beider Gemeinden deutlich für die Fusion aus. Im Kanton Freiburg gab es vor der Abstimmung keinerlei Gegenwind. Im Kanton Bern fasste lediglich die SVP die Nein-Parole.

Die Gemeinde Clavaleyres mit ihren 50 Bewohnerinnen und Bewohnern ist Teil des Bezirks Bern-Mittelland. Ihre Fläche von nur einem Quadratkilomter ist ganz vom Freiburger Seebezirk umschlossen. Die deutschsprachige Kleinstgemeinde ist bereits heute auf Murten ausgerichtet und arbeitet mit dem Städtchen etwa bei Feuerwehr und Schule zusammen. Fusionsversuche mit bernischen Gemeinden scheiterten. 20 der 26 Beschäftigen der Gemeinde arbeiten noch in der Landwirtschaft. Das sind knapp 77 Prozent. Rund 80 der 100 ha Gemeindefläche werden landwirtschaftlich genutzt. blu

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