12.09.2020 12:44
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Bern
Bauerndorf: Kantonswechsel rückt näher
Der Bundesrat steht dem Wechsel der Gemeinde Clavaleyres vom Kanton Bern zum Kanton Freiburg nicht im Weg. Er hat am Freitag dem Parlament beantragt, dem Kantonswechsel zuzustimmen.

Die Gebietsveränderung zwischen den beiden Kantonen erfülle die bundesrechtlichen Anforderungen, teilte der Bundesrat mit. Die Gemeinde Clavaleyres möchte sich der Stadt Murten anschliessen. Damit dies möglich wird, muss sie zuerst vom Kanton Bern in den Kanton Freiburg wechseln.

Der Weiler Clavaleyres zählt 50 Einwohner, liegt in der Nähe des Murtensees und grenzt an die Kantone Freiburg und Waadt. Wie anderen Kleinstgemeinden fällt es Clavaleyres zunehmend schwer, die Aufgaben einer Gemeinde von Feuerwehr über Sozialdienst bis zum Schulunterricht zu erfüllen. Im Ort gibt es weder einen Laden noch ein Restaurant oder eine Schule - und auch keinen Anschluss an den öffentlichen Verkehr.

Vor dem Kantonswechsel mussten zuerst die beiden Gemeinden Murten und Clavaleyres für die Fusion stimmen. 2018 sprachen sich die Stimmberechtigten beider Gemeinden deutlich für den Zusammenschluss aus. Danach stimmten auch die beiden Kantone dem Wechsel zu, mit einem Ja-Anteil von rund 90 Prozent.

Ausstehend ist nun also noch die Zustimmung des Bundesparlaments. Stimmt auch dieses dem Vorhaben zu, ist Clavaleyres ab 2022 Teil des Kantons Freiburg. Der Name des Weilers ist zwar französisch, und auch rund herum wird in vielen Dörfern französisch gesprochen, doch Clavaleyres ist rein deutschsprachig.

Die Gemeinde Clavaleyres mit ihren 50 Bewohnerinnen und Bewohnern ist Teil des Bezirks Bern-Mittelland. Ihre Fläche von nur einem Quadratkilomter ist ganz vom Freiburger Seebezirk umschlossen. Die deutschsprachige Kleinstgemeinde ist bereits heute auf Murten ausgerichtet und arbeitet mit dem Städtchen etwa bei Feuerwehr und Schule zusammen. Fusionsversuche mit bernischen Gemeinden scheiterten. 20 der 26 Beschäftigen der Gemeinde arbeiten noch in der Landwirtschaft. Das sind knapp 77 Prozent. Rund 80 der 100 ha Gemeindefläche werden landwirtschaftlich genutzt. blu

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