8.08.2018 12:45
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Landwirtschaftsinitiativen
Bauerngruppe gegen Agrarinitiativen
Ein überparteiliches Komitee aus Bauernvertreter von der CVP, FDP, SVP und BDP lehnt die «Fair-Food-Initiative» und die «Initiative für Ernährungssouveränität» ab. Die «extremen» Begehren würden den Bauern mehr Vorschriften, Auflagen, Einschränkungen und Kontrollen bringen.

Am 23. September kann sich das Stimmvolk über die beiden Agrarinitiativen «Fair Food» und «Für Ernährungssouveränität» an der Urne äussern. Diese Vorlagen seien zu extrem, teilt ein bäuerliches Komitee am Mittwoch per Communiqué mit.

Bei einer Annahme drohe eine weitere Verstaatlichung und Verbürokratisierung der Schweizerischen Agrarpolitik. Zudem würden noch strengere ökologische Höchststandards für alle eingeführt. Die Schweizer Landwirtschaft ist aus der Sicht des Komitees bereits sehr nachhaltig. Die Standards beim Tierwohl und der Ökologie seien hoch. 

«Die «Fair-Food-Initiative» und die «Initiative für Ernährungssouveränität» schiessen weit über das Ziel hinaus. Sie hindern die Weiterentwicklung und Innovation in der Schweizer Landwirtschaft, führen zu noch mehr Vorschriften, Formularen und Kontrollen und dämmen das Qualitätsmerkmal der Schweizer Landwirtschaft ein», ist sich das Komitee sicher.

Die Gruppe befürchtet bei einer Annahme der beiden Agrarinitiativen weitreichende Folgen für die Bauern. Bei den Futtermitteln müssten dieselben sozialen und ökologischen Ziele wie bei Lebensmitteln angestrebt werden. «Dies führt zu höheren Preisen von inländischen wie importieren Futtermitteln und damit zu höheren Produktionskosten», warnt das Komitee. 

Strengere Regeln an die Produktions- und Deklarationsvorschriften führen aus der Sicht der Gruppe auch zu steigende Kosten, mehr Aufwand und eine Verkomplizierung des Absatzes. «All dies hemmt den Export von Schweizer Lebensmitteln. Zum einen durch steigende Preise in der Schweiz, zum anderen aber auch, da es im Ausland bereits Lebensmittel gibt, die gleich wie in der Schweiz produziert würden», heisst es im Communiqué.

Mitglieder des Bäuerlichen Komitees

Nationalrat Rösti Albert (SVP/BE), Nationalrat Aebi Andreas (SVP/BE), Kantonsrat Künzli Beat (SVP/SO), Nationalrat Toni Brunner (SVP/SG), Nationalrat Campell Duri (BDP/GR), Nationalrat von Siebenthal Erich (SVP/BE), Kantonsrat Marti Hans (SVP/SO), Ständerat Baumann Isidor (CVP/UR), Nationalrat Nicolet Jacques (SVP/VD), Nationalrat Grin Jean-Pierre (SVP/VD), Nationalrat Müller Leo (CVP/LU), Nationalrat Dettling Marcel (SVP/SZ), Nationalrat Walter Müller (FDP/SG), Grossrat Stocker Nicola (SVP(GR), Nationalrat Page Pierre-André (SVP/FR), Kantonsrat Britschgi Stefan (FDP/SG), Nationalrat Egger Thomas (CVP/VS), Nationalrat Salzmann Werner (SVP/BE)

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