10.03.2013 07:21
Quelle: schweizerbauer.ch - Daniel Etter
Raumplanung
«Bauernland in Bauernhand»
Der Bauernverband, Pro Natura und die Stiftung Landschaftsschutz schmieden eine Allianz zum Schutze des Bodens.

Man hätte meinen können, nach der Abstimmung über das revidierte Raumplanungsgesetz von letztem Wochenende werde es ruhiger rund um die Raumplanung. Dem ist nicht so. Bereits am Donnerstag lud Pro Natura zu einer entsprechenden Pressekonferenz ein.

Zweite Etappe kommt

Die Forderungen waren klar. Nachdem sich das Stimmvolk für den Kulturlandschutz und gegen die Zersiedelung der Schweiz ausgesprochen habe, müsse das neue Gesetz jetzt rasch und korrekt umgesetzt werden. Entscheidend sei, dass jetzt nicht neue Felder im Eiltempo eingezont oder noch nicht erschlossene Parzellen möglichst rasch erschlossen würden.

Klare Forderungen hat Pro Natura auch bezüglich der zweiten Etappe der Revision des Raumplanungsgesetzes. Diese wird vermutlich gegen Ende Jahr in die Vernehmlassung kommen. Dabei wird das Bauen ausserhalb der Bauzone einer der Schwerpunkte sein. «Die Nichtbauzone muss klar von der Bauzone getrennt sein, und landwirtschaftsfremde Aktivitäten gehören nicht in die Landwirtschaftszone», stellte Pro-Natura-Zentralsekretär Otto Sieber klar.

Gemeinsam kämpfen

An der Medienkonferenz war auch Bauernverbandspräsident Markus Ritter als Referent vertreten. Der Bauernverband will, gleich wie die Naturschutzorganisation, mit der zweiten Etappe der Raumplanungsgesetzrevision das Kulturland besser schützen. Dabei komme dem Schutz der wertvollen Ackerflächen eine besondere Bedeutung zu. Jedoch waren sich die beiden einig, dass auch qualitativ schlechtere Böden zwingend zu erhalten sind. Ritter will damit die Produktion sichern, Pro Natura darauf Biodiversität produzieren.

Eine gewisse Uneinigkeit der beiden war punkto Aktivitäten in der Landwirtschaftszone zu verspüren. Anders als Pro Natura, hofft der Bauernverband diesbezüglich auf einen gewissen Spielraum. Schliesslich müssten die Bauern innerhalb der Nichtbauzone wohnen, innovativ und unternehmerisch sein können, betonte Ritter.

Sowohl Ritter wie auch Pro Natura aber wüssten, dass, wenn sie zusammen am gleichen Strick in einigermassen dieselbe Richtung ziehen, sie bei der zweiten Etappe der Revision des Raumplanungsgesetzes mehr erreichen könnten. Und da sie in Raumplanungsfragen in weiten Teilen ähnliche Anliegen verfolgten, liessen sie sich die Differenzen kaum anmerken.

Bodenrecht ist gefestigt

Ritter betrachtete das klare Ja von letztem Sonntag auch unter einem ganz anderen Gesichtspunkt. «Das Stimmvolk hat sich klar dafür ausgesprochen, dass Bauernland in Bauernhand gehört. Damit festigte es das bäuerliche Bodenrecht», sagte der Bauernverbandspräsident.

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