1.01.2018 10:50
Quelle: schweizerbauer.ch - Susanne Meier
Verbände
Bauernverband fordert fairen Handel
Georg Bregy vom Obstverband hofft auf gute Erträge, damit die Produzenten die Verluste nach dem Jahrhundertfrost ausgleichen können. Er will die Anti-Pestizid-Initiativen bekämpfen, ebenso wie der Bauernverband.

Georg Bregy vom Schweizer Obstverband hat für 2018 einen grossen Wunsch: «Nach dem Jahrhundertfrost im Frühling 2017 benötigen die Betriebe nächstes Jahr gute Erträge, um die grossen erlittenen Verluste auszugleichen. Die Bäume haben einen guten Knospenansatz ausgebildet, und das  winterliche Wetter trägt dazu bei, dass die Pflanzen die wichtige Winterruhe erhalten. Das sind gute Voraussetzungen.» Als Schwerpunkt in der politischen Arbeit für 2018 nennt Bregy die Anti-Pestizid-Initiativen: «Diese werden wir mit allen Mitteln bekämpfen.»

Anti-Pestizid-Initiativen im Fokus

Auch Sandra Helfenstein vom Schweizer Bauernverband (SBV) erwähnt im Ausblick auf 2018 die beiden Initiativen: «Diese dürften uns fordern.» Der Bauernverband wolle zudem daran arbeiten, die vom Bundesrat geplante Marktöffnung abzuwehren und die Agrarpolitik sinnvoll weiterzuentwickeln: «Wir möchten Fehlanreize im aktuellen System korrigieren, idealerweise, ohne es komplett über den Haufen zu werfen. Weiter wollen wir die Wertschöpfung auf den Betrieben sowie den unternehmerischen Handlungsspielraum der Bauern erhöhen. Ein Stichwort dazu ist fairer Handel – auch in der Schweiz.»

Der Getreideproduzentenverband (SGPV) will sich 2018 für eine machbare und dauerhafte Nachfolgelösung für das Schoggigesetz einsetzen, damit die aktuellen Marktanteile beim Brotgetreide beibehalten werden können. Doch Hannah Hutter vom SGPV blickt bereits weiter in die Zukunft: «Im Bereich der Agrarpolitik werden bereits Diskussionen zur Vorbereitung der AP 22+ geführt.»

Neue Zuchtwerte

Die AP 22+ steht auch bei  Mutterkuh Schweiz im kommenden Jahr auf der politischen Agenda. Daniel Flückiger: «Wir wollen aber auch unser Markenprogramm Natura-Veal weiter ausbauen und zugleich den Absatz für etwas schwerere Schlachtkörper bis 300kg Schlachtgewicht verbessern.» Zudem sei geplant, einen Zuchtwert zur Fettklasse einzuführen und bei der Abstammungskontrolle auf ein moderneres System mit genetischen Markern  (SNP) umzustellen.

Neue Zuchtwerte sind auch bei Braunvieh Schweiz geplant. Laut Lucas Casanova spielt aber auch die Gesundheitsdatenerfassung weiter eine grosse Rolle: «Die Gesundheitsdaten sowie die Typisierungen aus den Bruna-Data-Betrieben werden die Grundlage für die Verbesserung der Genauigkeit der genomischen Selektion bilden. Zudem möchten wir in der Zuchtwertschätzung die  Merkmalspalette mit Gesundheitsmerkmalen wie Mastitis erweitern.»

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE