3.02.2015 15:44
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Energie
Bauernverband lehnt Initiative „Energie- statt Mehrwertsteuer“ ab
Am 8. März werden sich die Stimmberechtigen zur Volksinitiative „Energie- statt Mehrwertsteuer“ äussern. Der Schweizer Bauernverband lehnt das Begehren deutlich ab. Eine drastische Verteuerung der Treibstoffe und des Stroms würde die produktive Landwirtschaft hart treffen, schreibt der Verband.

In Berg- und in Ackerbaugebieten benötige die Landwirtschaft leistungsstarke Arbeitsgeräte, die relativ viel Treibstoff verbrauchten, schreibt der Bauernverband am Dienstag in einem Communiqué. Um die Mehrwertsteuer zu ersetzen, benötigt der Bund aber eine hohe Energieabgabe. Dies schreckt den Schweizer Bauernverband (SBV) auf.

Ein Liter Benzin würde 4,50 Franken kosten

Der Bundesrat geht im Jahr 2020 von einer Erhöhung des Strompreises von 33 Rp./kWh (ohne Netznutzungsgebühr) sowie einer Preiszunahme pro Liter Heizöl und Benzin von über 3 Franken aus. Eine Kilowattstunde Strom würde dann mit 54 Rappen zu Buche schlagen, ein Liter Heizöl bzw. Benzin würde 4,50 Franken kosten. Mit welchen Zusatzkosten ein Bauernhof zu rechnen hätte, wird vom SBV anhand eines Beispiels verdeutlicht.

Ein durchschnittlicher landwirtschaftlicher Betrieb hat einen Energieverbrauch von rund 110‘000 kWh, 80 Prozent davon entfallen auf Treibstoffe. Damit würden sich die durchschnittlichen Energiekosten eines Landwirtschaftsbetriebs von etwa 9000 Franken durch die neue Energieabgabe um durchschnittlich 15‘000 Franken pro Jahr erhöhen. Dies entspricht einer Erhöhung von 170 Prozent, rechnet der SBV vor.

Produktive Landwirtschaft arg betroffen

„Besonders negativ betroffen wären Betriebe, die den Hauptfokus auf die Produktion von Nahrungsmitteln richten. Die Energiesteuer würde zu einer weiteren Schwächung der produzierenden Landwirtschaft führen“, so das Fazit des SBV.

Durch die Initiative werden aber auch die Haushalte belastet. Solche mit tieferen Einkommen trifft es stärker. Dies deshalb, weil diese einen grösseren Anteil des Haushaltsbudget für Energie aufwenden müssen. „In der Landwirtschaft ist beides gegeben. Zum einen werden unterdurchschnittliche Löhne erzielt, zum anderen ist der Energieverbrauch pro Betrieb hoch“, hält der SBV fest.

Aber auch fiskalischen Gründen lehnt der Verband die Initiative ab. Die Mehrwertsteuer sei mit einem Drittel die wichtigste Einnahmequelle des Bundes. Die Landwirtschaft sei aber an ausgeglichenen Staatsfinanzen interessiert. Die Landwirtschaft benötige aber bezahlbare Energiepreise, damit sich ihre Wettbewerbsfähigkeit nicht weiter verschlechtere. Deshalb sagt der Bauernverband Nein zum Begehren der Initianten und unterstützt das Nein-Komitee.

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