3.07.2017 09:35
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
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Befürworten Sie eine Milchpreis-Garantie?
Der Waadtländer Nationalrat und Landwirt Jacques Nicolet (SVP) fordert in einer Motion einen garantierten Mindestpreis für Molkereimilch von mindestens 75 Rappen je Kilo. Der Bundesrat lehnt das Begehren ab. Wie denken Sie über diesen Vorstoss? Diskutieren Sie mit und stimmen Sie ab.

75 Rappen sollte jeder Verarbeiter für Molkereimilch mindestens bezahlen, verlangte er in einer Motion. Dieser Preis sollte für 80 Prozent der produzierten Menge garantiert werden. Fällt der Preis darunter, muss der Bund eingreifen. Für die restlichen 20 Prozent, die für den Exportmarkt bestimmt sind, würden die Mengen und die Preise über die Branchenorganisation Milch (BOM) zwischen den Partnern vereinbart.

«Milchbauern in katastrophaler Lage»

«Heute befinden sich Schweizer Produzenten von Molkereimilch in einer katastrophalen Lage ohne Zukunftsperspektiven», schreibt Nicolet. Seiner Meinung nach ist es die Pflicht des Parlaments, ihnen «Hoffnung und Vertrauen zurückzugeben». Die Segmentierung sei wirkungslos und bringe für die Schweizer Milchbauern einen Verlust der finanziellen Substanz von mehreren hundert Millionen Franken mit sich.

Durch die Einführung des Interventionspreises entstehen dem Bund gemäss Nicolet keine Kosten. Der Mechanismus soll nur aktiviert werden, wenn der Interventionspreis nicht erreicht wird. Der Bund würde anschliessend Massnahmen ergreifen, um den Interventionspreis von 75 Rappen zu erreichen. Die Milchproduzenten hätten so die Garantie, dass sie für mindestens 80 Prozent ihrer Milchproduktion 75 Rappen erhalten, so Nicolet.

Hohe Kosten für den Bund

Freilich anders sieht das der Bundesrat. Er lehnt die Motion von Nicolet ab. Um 75 Rappen garantieren zu können, wäre ein dauerhafter Markteingriff mit hohen Kosten für den Bund nötig, argumentiert die Landesregierung. Zudem müsste das Parlament im Landwirtschaftsgesetz zuerst die rechtlichen Grundlagen für solche Massnahmen neu schaffen.

Der einheitliche Milchgrundpreis ist 1999 aufgehoben worden, die Milchkontingentierung 2009. Produktegebundene Milchmarktstützungen wurden schrittweise in Direktzahlungen umgelagert. Diese Reformschritte seien wichtig gewesen, um die Wettbewerbsfähigkeit der Schweizer Milchwirtschaft zu verbessern, so der Bundesrat. In den letzten Jahren sei für Molkereimilch zwischen 60,64 Rappen und 65,15 Rappen pro Kilogramm bezahlt wurden, schreibt die Regierung in ihrer Antwort.

Mehrwerte besser kommunizieren

Die Schweizer Milch habe gute Perspektiven und verfüge über einige wertvolle Alleinstellungsmerkmale. Die Landesregierung nennt als Beispiel die sehr hohen Anforderungen in Sachen Tierwohl oder die grünlandbasierte Fütterung.

Diese Mehrwerte gilt es aus Sicht des Bundesrates in Zukunft besser zu vermarkten und in der Kommunikation der Milch- und Käsebranche im In- und Ausland einzusetzen.

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