13.11.2013 11:15
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Berggebiet
Berggebiet: Schweiz und Österreich wollen mehr Nachhaltigkeit
Die Schweiz und Österreich wollen die nachhaltige Entwicklung von Berggebieten weltweit vorantreiben. Die beiden Länder haben am Mittwoch in Bern ein entsprechendes Abkommen unterzeichnet.

Die Zusammenarbeit hat zum Ziel, das Bewusstsein für die sensiblen Bergregionen auf politischer Ebene zu fördern, wie aus einer Mitteilung des Aussendepartements (EDA) hervorgeht. Im Fokus der Zusammenarbeit zwischen der Schweiz und Österreich stehe aber die Entwicklung ärmerer Bergländer, hielten die Vertreter der beiden Länder am Mittwoch fest.

Produktion landwirtschaftlicher Produkte auf Familienbasis

Ausserdem seien gemeinsame Publikationen zur nachhaltigen Entwicklung von Berggebieten vorgesehen - dies unter Mitarbeit der Universität Bern. Im Vordergrund stünden dabei Themen wie der nachhaltige Bergtourismus oder die Produktion landwirtschaftlicher Produkte auf Familienbasis.

Die Schweiz hatte sich im vergangenen Jahr am Nachhaltigkeitsgipfel Rio+20 in Rio de Janeiro dafür eingesetzt, die Anliegen der Bergregionen im Schlussdokument zu verankern. Mit Erfolg: Die Armutsbekämpfung und die Erhaltung von Ökosystemen in Berggebieten waren Teil des Minimalkompromisses, auf den sich die Teilnehmerstaaten damals einigten.

Die Bewohner von Berggebieten kämpften oft gegen Armut und Hunger sowie die zunehmend spürbaren Auswirkungen des Klimawandels, teilte das EDA am Mittwoch mit. Unter den Folgen litten aber auch die Bewohner tiefer liegender Gebiete - dies in Form von verschmutztem Trinkwasser oder Überschwemmungen.

Auch Schweizer Berggebiete unter Druck

Dahinden verwies auf das langjährige internationale Engagement der Schweiz in Bergregionen. Die DEZA setzt sich derzeit etwa dafür ein, dass die Einwohner abgelegener Dörfer in Nepal besser ans Strassennetz angebunden werden. In den Himalaja-Gebieten von Bhutan unterstützt die DEZA die nachhaltige Bewirtschaftung von Wäldern.

Österreich unterhält ähnliche Projekte in Georgien und Armenien, wie der Geschäftsführer der Austrian Development Agency (ADA), Martin Ledolter, sagte. Er unterzeichnete das Abkommen auf  österreichischer Seite.

In Alpenkonvention enthalten

Aber auch die hiesigen Berggebiete stehen vor Herausforderungen. Deren nachhaltige Entwicklung sei gefährdet, hielten DEZA, die Universität Bern und die Schweizerische Arbeitsgemeinschaft für die Berggebiete (SAB) vor dem letztjährigen Gipfel in Rio in einem Factsheet fest.

Genannt wurden unter anderem die Gefährdung der Biodiversität, die stockende Verlagerung des Transitverkehrs von der Strasse auf die Schiene sowie die mangelhafte Anpassung an den Klimawandel besonders in den Wintertourismusgebieten der Schweiz.
 
Der Schutz und die nachhaltige Entwicklung des Alpenraums wiederum ist in der Alpenkonvention enthalten. Die Schweiz hat das Abkommen vor über 20 Jahren zwar unterzeichnet, bisher aber noch kein Zusatzprotokoll ratifiziert. Trotzdem setze die Schweiz die Protokolle «faktisch um», heisst es beim Bund. 

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