8.01.2015 08:35
Quelle: schweizerbauer.ch - Daniel Salzmann
AP 2017
Bergkantone gewinnen massiv
Die meisten Bergkantone konnten 2014 deutlich mehr Direktzahlungen überweisen als 2013. Sie profitieren unter anderem von höheren Beiträgen für die Alpwirtschaft. Die Mittellandkantone hingegen erleiden Einbussen.

Jedes Jahr überwächst der Wald im Berggebiet Weiden. Deshalb wollte der Bundesrat mit der Agrarpolitik 2014–2017 mehr Direktzahlungen ins Berggebiet lenken. Das ist nun bereits im ersten Jahr der Reform eingetreten, wie eine Umfrage des «Schweizer Bauer» bei den kantonalen Landwirtschaftsämtern zeigt. Die meisten Bergkantone zahlten 2014 mehr Direktzahlungen aus als 2013 (vgl. Grafik). In Franken profitierten  Graubünden (+24 Mio. Fr.), Wallis (+14 Mio. Fr.) und Uri (+4 Mio. Fr.) am meisten.

Nicht alle im Berggebiet profitieren

Insgesamt flossen im Jahr 2014 rund 43 Mio. Fr mehr an die Sömmerungsbetriebe, weil die Sömmerungsbeiträge erhöht wurden (+24 Mio. Fr.) und neu Beiträge für artenreiche Grünflächen im Sömmerungsgebiet ausbezahlt werden (+21 Mio. Fr.). Der neue Steillagenbeitrag  kommt ganz dem Berggebiet zugut (+13 Mio. Fr.). Auch von den zusätzlichen Beiträgen an die Ganzjahresbetriebe für die Sömmerung von Tieren (+11 Mio. Fr.) und von den höheren Hangbeiträgen (+4 Mio. Fr.) landet ein grosser Teil im Berggebiet.

Aber auch in den Bergkantonen gibt es zahlreiche Familienbetriebe, die weniger Direktzahlungen erhalten. Dies betrifft vor allem mittelgrosse Betriebe, die auf ihrer Fläche ziemlich viele Tiere halten. Von den höheren Beiträgen an die Sömmerungsbetriebe profitieren die Bauern oft nicht direkt, weil viele Sömmerungsbetriebe in der Hand von Gemeinden oder Korporationen sind.

Neue Betriebe erhalten Direktzahlungen

Am meisten Direktzahlungen verloren Bern (–19 Mio. Fr.), Zürich (–14 Mio. Fr.) und Thurgau (–12 Mio. Fr.). Alle drei haben es 2014 nicht geschafft, ihren Landwirten flächendeckend Landschaftsqualitätsbeiträge (LQB) zu ermöglichen. Sobald sie so weit sind, können sie im Vergleich zu den anderen Kantonen aufholen. Allerdings sinken dann auch schweizweit die Übergangsbeiträge. Gerade für die LQB, aber auch für viele andere Beitragstypen gilt: Diese ziehen Kosten in Form von Mindererträgen oder höherem Aufwand nach sich.

Zu bedenken ist auch, dass mit dem Ende der Vermögens- und Einkommensgrenzen neue Betriebe Direktzahlungen bekommen. Im Kanton Freiburg  sind dies 18 Betriebe, die zusammen 840'000 Fr. erhalten.

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE