2.10.2018 18:16
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Agrarpolitik
Berner Bauern: Radikale Forderungen
Das dürfte für Diskussionsstoff sorgen. Der Berner Bauernverband spricht sich für radikale Änderungen und mehr Wettbewerb aus. Das Direktzahlungssystem soll umgebaut werden. Auch der Abbau des Grenzschutzes ist kein Tabu. Der Schweizer Bauernverband ist skeptisch.

Für den Berner Bauernverband (BEBV) verdienen die Bauern zu wenig. Doch mit der heutigen Agrarpolitik sieht kein Ende des Tunnels. «Wettbewerb führt zu Innovation, zu neuen Produkten, mit denen wir auch mehr Geld verdienen können», sagt Andreas Wyss, Geschäftsführer des Berner Bauernverbandes zu «10 vor 10» auf dem TV-Sender SRF. Dazu müssten Vorschriften abgebaut und das heutige System der Direktzahlungen radikal vereinfacht werden, fordert er.

Wyss fordert, dass ein Drittel der Subventionen pauschal für ökologisches Wirtschaften ausgezahlt wird. Später sei eine Reduktion der Direktzahlungen denkbar. Auch der Abbau des Grenzschutzes ist kein Tabu. «Zuerst braucht es einen Systemwechsel im Inland, dann darf man auch über den Grenzschutz diskutieren», sagt Andreas Wyss zu «10 vor 10». 

Keine Freude an dieser Forderung hat der Schweizer Bauernverband. «Der Grenzschutz ist eine der wichtigsten agrarpolitischen Massnahmen», sagt Präsident Markus Ritter. Man habe im Vorstand die Ideen der Berner Bauern diskutiert, diese Ideen würde aber «kein anderer Kantonalverband» unterstützen, sagt er zu «10 zu 10». 

Applaus erhält der Berner Bauernverband von der Denkfabrik Avenir Suisse. Sie hat kürzlich vorgerechnet, dass das heutige Agrarsystem in der Schweiz 20 Milliarden Franken im Jahr kostet. «Das sind neue, frische Ideen», freut sich Avenir-Suisse-Ökonom Patrick Dümmler.

Man sei im Gespräch mit Avenir Suisse, auch wenn man nicht immer derselben Meinung sei, sagt Wyss. Er zeigt sich überzeugt, dass die Ideen der Berner im Laufe der Zeit auch beim Schweizer Bauernverband auf Anklang stossen wird.

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