17.11.2017 13:38
Quelle: schweizerbauer.ch - ber
Milch
Bewegung auf dem Milchmarkt
Anfang November führte die Organisation der Schweizer Milchproduzenten SMP vier Regionaltagungen in den Grossregionen Bern, Ost-, Zentral- und in der Westschweiz durch. Unter anderem informierten sie über die aktuelle Milchmarktsituation sowie die Stossrichtungen der Milchproduzenten zur AP 2022+.

Rund 300 Personen aus dem Kreis der Schweizer Milchproduzenten -Mitgliedsorganisationen, der kantonalen Verwaltungen haben an den Regionaltagungen teilgenommen und aktiv diskutiert. Wie die SMP in einer Mitteilung schreiben, hat sich in diesem Jahr wieder einmal auf dem Schweizer Milchmarkt bewahrheitet, dass Energie für Preisanpassungen dann investiert werden muss, wenn der Markt im Aufschwung ist.

SMP verstehen die Stossrichtung des Bundesrates nicht

Im August hat die SMP ihre Forderungen an eine zukünftige Agrarpolitik 2022+ kommuniziert. Es zeigt sich, dass die Forderung nach mehr Differenzierung und die Ausrichtung der Direktzahlungen mehr auf Leistung und Professionalität statt ausschliesslich auf Fläche, für die Milchproduzenten richtig ist.

Als wichtiges Differenzierungsmerkmal soll die Förderung der einheimischen Raufuttergrundlagen die Basis für die künftige Ausrichtung sein und gefördert werden. Wie der Medienmitteilung weiter zu entnehmen ist, verstehen die Milchproduzenten die Stossrichtung des Bundesrates nicht. Sie werden sich gegen weitere Öffnungsschritte wehren.

Neue Marketingstrategie

Anfang 2018 startet die neue, nationale Marketingstrategie für "Schweizer Milch und Milchprodukte". An den Regionaltagungen wurden diesbezüglich Umsetzungsbeispiele vorgestellt. Die neue Milchbasiskampagne wird inhaltlich auf dem Bestehenden aufgebaut und durch die Aspekte "Herkunft Schweiz und Mehrwerte" erweitert. Dabei haben Tierwohl und Nachhaltigkeit hohe Priorität.

Mit dem Einsatz aktiver Milchproduzentinnen und Milchproduzenten als Botschafter auf Social Media wird Glaubwürdigkeit erreicht und eine Brücke zwischen Stadt und Land gebaut. Ebenfalls fester Bestandteil des neuen Konzeptes soll die SMP-Individualmarke «Swiss milk inside» sein.

Aufschwung auf Welt- und EU-Milchmarkt

Im aktuellen Jahr war der Welt- und EU-Milchmarkt im Aufschwung. Hierzulande mussten Anpassungen zugunsten der Milchproduzenten jedoch anstrengend erkämpft werden. Trotz enorm tiefen Butterlagen, wurden die Butterpreise in der Schweiz durch die tiefen Pulverpreise gebremst.

Neue Zusammenarbeit geplant

An der Tagung in Thun BE orientierte die Fachkommission Milch des Berner Bauern Verbandes und die aaremilch AG über die neue Arbeitsteilung in Milchfragen. Die aaremilch AG wird neuer Ansprechpartner für Milchfragen sein. Für die Schweizer Milchproduzenten bedeutet dies, dass voraussichtlich im Frühling eine Übertragung der SMP-Mitgliedschaft vom Berner Bauernverband an aaremilch AG gegeben wird.

Für die Bemo-Milchproduzenten wird sich im Kanton Bern dadurch nichts ändern. An der Tagung in Chéserex wurde die geplante Zusammenarbeit von mooh und Prolait positiv aufgenommen. In den Pausen wurde das geplante Zusammengehen von Emmi-Direktlieferantengruppen (Bemo, MPM, ZeNoOs) rege diskutiert. Alle geplanten Zusammenarbeiten müssen in den zuständigen Gremien noch gutgeheissen werden.


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