14.08.2019 13:45
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Bund
BLW: Hofer neuer Direktor
Der Bundesrat hat die Nachfolge im Bundesamt für Landwirtschaft geregelt. Christian Hofer wird neuer Direktor. Der 47-Jährige folgt auf Bernard Lehmann, der Ende Juni in den Ruhestand getreten ist.

Hofer wurde auf Antrag von Bundesrat Guy Parmelin vom Bundesrat gewählt. Hofer habe alle Kriterien erfüllt.

Hofer erwarten Herausforderungen

Er bringe viel Erfahrung mit und sei gut vernetzt in der Agrarbranche, sagte der Agrarminsiter am Mittwoch im Bundeshaus vor Medienvertreter. Am 1. Dezember wird Hofer die neue Stelle antreten.

Hofer bringe Erfahrung als Landwirt mit, er habe bei wissenschaftlichen Projekte mitgearbeitet und er habe Führungspositionen in der Verwaltung und in der Privatwirtschaft inne gehabt. Er verfüge über ein gutes Netzwerk in der Agrarbranche und in der Verwaltung. "Herr Hofer erwarten viele Herausforderungen: Einerseits die Agrarpoltiik 2022+, andererseits die Anti-Pesitizidinitiativen", so Parmelin. Die Landwirtschaft stehe im Fokus und bewege sich in einem Spannungsfeld mit unterschiedlichen Erwartungen.

Viele Ansprüche an die Landwirtschaft

«Mein reicher Erfahrungsschatz wird mir helfen, die anstehenden Arbeiten zielgerichtet anzugehen. Dank der guten Vernetzung, einem konstruktiven Austausch und den kompetenten Mitarbeiter des BLW werden wir tragfähige Lösungen entwickeln», sagte Hofer.

Die Herausforderungen für die Landwirtschaft sind vielfältig. «Ein der grossen Herausforderungen ist die, dass sie vielen Ansprüchen genügen muss. Es wird eine hohe Produktequalität und keine Einbussen in der Ästhetik erwartet. Zudem werden keine Einflüsse auf die Umwelt vorausgesetzt.» Die anstehenden Initiativen zeigten, dass die Landwirtschaft die Bevölkerung bewege. Die Initiativen würden auch zeigen, dass aus der Sicht der Bevölkerung die Landwirtschaft den Ansprüchen nicht überall genügt. Es sei deshalb wichtig, dass man in der Landwirtschaft und der Agrarpolitik diese Punkte einbeziehe. 

Produzierende Landwirtschaft

Hofer erklärte auch, was ihm bei der Entwicklung der Landwirtschaft und Agrarpolitik wichtig ist. «Sicher ist es die Förderung einer produzierenden, ökologischen und nachhaltigen Landwirtschaft. Wir habe viele Elemente durch die Technik und die Digitalisierung, die helfen, die Produktion mit der Nachhaltigkeit zu verbinden», führte der Berner aus. 

Die stetige Verbesserung der unternehmerischen Rahmenbedingungen gehöre ebenfalls dazu, so Hofer. Die Forschung sowie Bildung und Beratung sollen den Bauern helfen, das Unternehmertum zu leben. Auch eine stärkere Marktausrichtung ist ihm wichtig. Priorität will Hofer auch der Verständlichkeit und der Vollzugstauglichkeit der Agrarpolitik beimessen. «Das System ist komplex. Wir müssen achten bei der Weiterentwicklung, dass es verstanden und umgesetzt wird», hält er fest. Er will mit dem Bundesamt für Landwirtschaft und der Agrarpolitik Mehrwerte für möglichst viele schaffen. 

Mit Bauern zusammen Lösungen erarbeiten

Hofer legt Wert auf die Zusammenarbeit der verschiedenen Gruppen. Bauern, Verwaltung, Wissenschaft und Wirtschaft sollen gemeinsam Lösungen erarbeiten.

Er betonte, er habe im Kanton Bern zusammen mit den Bauern Massnahmen ergriffen. Damit meint er das Projekt Pflanzenschutz.  Er will zusammen die den Bauern neue Lösungen erarbeiten, damit diese auch von ihnen mitgetragen werden. «Das ist der richtige Weg für die Zukunft in Sachen Ökologie. So können sich die Landwirte damit identifizieren und sie setzen die Massnahmen um», machte Hofer klar. 2019 beteiligen sich 3412 Berner Landwirtschaftsbetriebe am Projekt, 212 mehr als im Vorjahr. Mit zehn verschiedenen Massnahmen reduzieren sie die negativen Auswirkungen von Pflanzenschutzmitteln oder setzen teilweise keine mehr ein.

War bereits 8 Jahre BLW-Vizedirektor

Christian Hofer stand in den vergangenen zwei Jahren dem Amt für Landwirtschaft und Natur (LANAT) des Kantons Bern vor. Der Agronom ETH mit Fachrichtung Pflanzenbau kennt das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) bereits gut. Von 2009 bis 2017 war er Vizedirektor und Mitglied der Geschäftsleitung.

Als Vizedirektor leitete er den Direktionsbereich Direktzahlungen und Ländliche Entwicklung. Unter seiner Ägide wurden die grundlegenden Reformen des Direktzahlungssystems umgesetzt, die Strukturverbesserungsmassnahmen auf Förderung der Wettbewerbsfähigkeit fokussiert und die Vernetzung und Neuentwicklung von Datenbanken im Agrar- und Lebensmittelbereich vorangetrieben. 

29 Personen haben sich beworben

Von 2003 bis 2009 war Christian Hofer Verkaufsleiter Schweiz und Mitglied der Geschäftsleitung bei der schwedischen Melkanlagen- und Stalleinrichtungsfirma DeLaval AG in Sursee. Zuvor führte er die Geschäftsstelle Profi-Lait und wirkte gleichzeitig als wissenschaftlicher Mitarbeiter bei der Arbeitsgemeinschaft zur Förderung des Futterbaus (AGFF). Seine berufliche Laufbahn begann er als landwirtschaftlicher Berater am Inforama. Christian Hofer wohnt mit seiner Familie im oberaargauischen Bannwil, wo er als Bauernsohn aufgewachsen ist.

Das BLW wird bis zum Stellenantritt von Christian Hofer von Andrea Leute geführt. Bundesrat Guy Parmelin hatte für die Suche eines Nachfolgers von Bernard Lehmann eine Findungskommission eingesetzt. Die Stelle war öffentlich ausgeschrieben worden. Es hatten sich insgesamt 29 Personen um das Amt beworben. 

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