8.05.2020 19:30
Quelle: schweizerbauer.ch - sda/blu
Bund
Boden-Verlust muss kompensiert werden
Boden ist in der Schweiz eine wertvolle Ressource. Bis 2050 soll deshalb unter dem Strich kein Boden mehr verloren gehen. Das ist das Ziel der Bodenstrategie Schweiz, die der Bundesrat verabschiedet hat.

Der Umgang mit dem Boden sei in der Schweiz nicht nachhaltig, schrieb der Bundesrat zu seinem Entscheid vom Freitag. Das mache der anhaltende Verlust von unverbauten Flächen, Kulturland und auch von Bodenqualität deutlich.

Zwei Mal Neuenburgersee überbaut

Zwischen 1985 und 2009 wurden 430 Quadratkilometer Fläche überbaut. Das entspricht in etwa der doppelten Fläche des Neuenburgersees. Boden sei mehr als Fläche, heisst es in der Strategie, er könne verschiedene Funktionen erfüllen - die Rede ist von Bodenfunktionen. Boden ist ein Lebensraum für Organismen, er kann Filter, Speicher oder Puffer sein, Biomasse produzieren, als Archiv Informationen aus der Natur- und der Kulturgeschichte dienen - oder eben als Baufläche.

Bodenverbrauch muss kompensiert werden

Die vom Bundesrat verabschiedete Bodenstrategie will dafür sorgen, dass die Böden auch künftig fruchtbar sind und ihre weiteren Leistungen für Gesellschaft und Wirtschaft erbringen können. Hierfür ist der Bodenverbrauch zu reduzieren. Der Bundesrat strebt deshalb an, dass in der Schweiz bis 2050 netto kein Boden mehr verloren geht. 

Verluste an Bodenfunktionen sollen künftig vollständig kompensiert werden, damit unter dem Strich kein Boden verloren geht. Es darf laut der Strategie zwar weiterhin auf der grünen Wiese gebaut werden. Doch wenn Bodenfunktionen verloren gehen, müssen sie durch Aufwertungen an einem anderen Ort wiederhergestellt werden.

Fruchtfolgeflächen sichern

Der Bundesrat will, dass Bodenfunktionen bei der Planung einbezogen werden. Die Bodenfunktionen sollen künftig in der Planung und bei der Interessenabwägung besser berücksichtigt werden. Zudem soll der Boden besser vor schädlichen Belastungen geschützt werden. Degradierte Böden sind wiederherzustellen. Zusätzlich soll die Schweiz sich auch auf internationaler Ebene für den nachhaltigen Umgang mit der Ressource Boden einsetzen. 

Mit der Bodenstrategie verabschiedete der Bundesrat Massnahmen, um die Ressource Boden nachhaltig zu sichern. Dazu gehört der überarbeitete Sachplan Fruchtfolgeflächen. Er soll helfen, der Landwirtschaft die besten Böden zu sichern, sowohl was Flächen als auch was Qualität anbelangt. Boden sei zentral für die Versorgung mit Nahrungsmitteln, heisst es dazu.

Kompetenzzentrum Boden

Eine zweite Massnahme ist ein Kompetenzzentrum Boden. Dieses sei Voraussetzung dafür, dass Informationen zu Böden sowie deren Aufbau und Eigenschaften landesweit erhoben und zur Verfügung gestellt werden könnten, heisst es. So könnten gezieltere Massnahmen zum Erhalt und zum nachhaltigen Umgang mit dem Boden getroffen werden.

Erarbeitet haben die Bodenstrategie die Bundesämter für Umwelt (Bafu), Raumentwicklung (ARE) und Landwirtschaft (BLW). Sie soll für Bundes- und Kantonsbehörden Orientierungsrahmen und Entscheidhilfe sein. Neue Vorschriften sollen gemäss der Strategie erst in zweiter Linie ins Auge gefasst werden.

Die rechtlichen Vorgaben zum Umgang mit dem Boden werden laut der Strategie indes «oft nur ungenügend» vollzogen. Um dem abzuhelfen, sollen die zuständigen Stellen bei Bund und Kantonen die Vorschriften überprüfen und bei Bedarf anpassen oder ergänzen.

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