21.04.2016 08:37
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Bundesrat
BR: Massnahmen gegen illegale Fischerei
Der Bundesrat schiebt dem Import illegal gefangener Fische einen Riegel. Meeresfischereierzeugnisse dürfen nur noch eingeführt werden, wenn sie rechtmässiger Herkunft sind und dies mit den Begleitdokumenten belegt wird.

Eine Ausnahme gibt es für Sendungen aus Staaten, die die Fischerei effektiv überwachen. Zu diesen gehören zur Zeit die Mitgliedstaaten der EU und der EFTA sowie Länder wie die USA, Kanada und Australien. 85 bis 90 Prozent der eingeführten Fischereierzeugnisse stammen aus diesen Ländern.

Der Bundesrat hat am Mittwoch beschlossen, eine entsprechende Verordnung per 1. März 2017 in Kraft zu setzen. Damit erfüllt er einen Auftrag des Parlaments. Die Räte hatten 2011 eine Motion des Genfer SP-Nationalrats Carlo Sommaruga angenommen. Der Bundesrat lehnte den Vorstoss damals ab. Er verwies auf freiwillige Massnahmen wie das MSC-Label und warnte vor einem Alleingang. Die EU verbietet die Einfuhr unrechtmässiger Fischereierzeugnisse allerdings seit 2010.

Die neue Verordnung sieht vor, dass nur noch Fischereierzeugnisse in die Schweiz eingeführt werden dürfen, die rechtmässiger Herkunft sind. Das bedeutet unter anderem, dass der Fang von einem ordnungsgemäss registrierten Schiff stammen, bei der Landung vorschriftsgemäss gemeldet und innerhalb der geltenden Fangquoten liegen muss.

Eine entsprechende Bescheinigung muss der Ware beim Import beiliegen. Jede Sendung muss drei Tage vor der Einfuhr beim Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) angemeldet werden. Dieses muss die Lieferung freigeben. Die Einfuhr aus Ländern, die illegale Fischerei dulden oder gar fördern, kann völlig verboten werden. Produkte aus Fischzuchten sind von der Verordnung nicht betroffen.

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