6.06.2014 11:45
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Vereine
BR: Steuerfreiheit für kleine Vereine und Stiftungen
Vereine und Stiftungen mit ideellem Zweck, die weniger als 20'000 Franken Gewinn pro Jahr erwirtschaften, sollen künftig keine Bundessteuer mehr zahlen. Das schlägt der Bundesrat vor. Heute sind nur juristische Personen steuerbefreit, die einen öffentlichen oder gemeinnützigen Zweck verfolgen.

Die Forderung stammt vom Parlament. Im Jahr 2010 hatten die Räte eine Motion überwiesen, welche vom Bundesrat verlangte, Vereine mit ideellem Zweck bis zu einem bestimmten Betrag von der Steuer zu befreien. Damit solle insbesondere die Jugend- und Nachwuchsförderung gestärkt werden. Der Bundesrat schickte daraufhin mehrere Varianten in die Vernehmlassung, welche nicht nur auf Zustimmung stiessen. SP und FDP wiesen darauf hin, dass die Jugend- und Nachwuchsförderung bereits nach geltendem Recht steuerbefreit sei, die Kantone befürchten administrativen Mehraufwand.

Die nun vorgeschlagene Neuregelung sieht eine Freigrenze von 20'000 Franken vor. Vereine, die hohe Gewinne erzielen, sollten nicht wegen ideellen Zwecken von einer tieferen Gewinnbesteuerung profitieren können, schreibt der Bundesrat in der am Freitag veröffentlichten Botschaft. Wie gross die finanziellen Auswirkungen der Neuregelung wäre, ist nicht bekannt. Die Botschaft nennt einen Betrag im «tiefen einstelligen Millionenbereich», wobei es sich aber um eine Schätzung handelt.

Gemäss Statistik würden 70'000 steuerpflichtige juristische Personen unter die Freigrenze von 20'000 Franken fallen. 4500 sind Vereine, Stiftungen und übrige juristische Personen. Wie viele davon auch noch einen ideellen Zweck verfolgen und damit von der Steuerbefreiung profitieren könnten, ist jedoch nicht bekannt.

Die Kantone können für die Kantons- und Gemeindesteuern die Höhe der Freigrenze selbst bestimmen. Sie haben dafür ab Inkrafttreten des Gesetzes zwei Jahre Zeit. Über allfällige Steuerausfälle lassen sich daher keine Aussagen machen. Hinzu kommt, dass die Kantone für die Umsetzung der Neuregelung verantwortlich wären und darum auch den Begriff der ideellen Zwecksetzung konkretisieren müssten.

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