8.04.2014 06:11
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Waadt
Breite Front gegen «Sauver Lavaux III»
Der kantonalen Volksinitiative «Sauver Lavaux III» stellt sich im Kanton Waadt eine breite Front entgegen. Politiker von links bis rechts lancierten die Kampagne für den Gegenvorschlag zur Initiative, die aus ihrer Sicht jegliche Entwicklung des bekannten Weinbaugebiets verbietet.

Über die Volksinitiative und den Gegenvorschlag stimmt das Waadtländer Stimmvolk am 18. Mai ab. Franz Webers Volksinitiative will den Landschaftsschutz noch weiter ausdehnen und keinerlei Bautätigkeit in der geschützten Zone mehr erlauben. Der Waadtländer Regierung und dem Kantonsparlament ging die Initiative zu weit. Der Grosse Rat stimmte einem Gegenvorschlag mit 124 gegen 12 Stimmen zu.

Lavaux soll kein «Ballenberg» werden

Die Initiative verbiete jegliche Neuerung, sagte am Montag SP-Nationalrat Jean Christophe Schwaab in Aran VD. Das Lavaux werde zu einer Art «Ballenberg» gemacht, wenn die Bevölkerung die Volksinitiative des Umweltschützers Franz Weber annehme.

Er kenne keine fünf Winzer, die hinter der Initiative stünden, hielt der Waadtländer FDP-Grossrat Maurice Neyroud fest, der selber Winzer ist. Er bezeichnete die von Franz Weber angeprangerte Immobilienspekulation im Lavaux als «erfunden».

Weinbranche unter Druck

Die Weinbranche sei wegen den tiefen Preisen, dem rückläufigen Weinkonsum und Einschränkungen für Winzer unter Druck, sagte Neyroud. Die Initiative mache es unmöglich, die Anlagen den neuen Arbeitsbedingungen anzupassen. Der Gegenvorschlag will die Bauzonen in den Gemeinden innert fünf Jahren von heute 40 auf 20 bis 25 Hektaren reduzieren. Er sieht zudem Hilfen an die Winzer vor, insbesondere für den Unterhalt der Mauern der Weinbauterrassen.

Das Waadtländer Stimmvolk entscheidet zum dritten Mal über den Schutz des als UNESCO-Welterbes anerkannten Weinbaugebietes. Weber schaffte 1977 mit einer ersten Volksinitiative, dass der Schutz des Lavaux in die Waadtländer Verfassung aufgenommen wurde.

Als der Schutz aus der Verfassung gestrichen wurde, lancierte Weber eine zweite Initiative, die 2005 angenommen wurde. Bei seiner Medienkonferenz zur dritten Volksinitiative waren keine Politiker anwesend, dafür die Umweltverbände WWF und Pro Natura.

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