29.01.2015 11:06
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Tiergesundheit
BSE: Risikomaterial-Liste von Rindern wird kürzer
In der Schweiz soll die Liste der Risikomaterialien bei Rindern wegen des «Rinderwahnsinns» aufgrund neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse gekürzt werden. Weitere Verordnungsänderungen, die am Mittwoch vom BLV in die Anhörung geschickt wurden, betreffen Verbesserungen im Tierschutz und bei der Tiergesundheit.

Neu sollen Teile des Dünndarms und des Dickdarms von Rindern künftig wieder als Wursthüllen und auch zur Herstellung von Heimtierfutter genutzt werden dürfen, wie das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) am Donnerstag bekannt gab.

Hirn und Wirbelsäulen müssen verbrannt werden

Andere Gewebe - beispielsweise Schädel einschliesslich Hirn und Augen von über zwölf Monate alten Rindern oder die Wirbelsäulen von über 30 Monate alten Rindern - müssen wegen des Risikos der Bovinen spongiformen Enzephalopathie (BSE), wie der Rinderwahnsinn heisst, weiterhin bei der Schlachtung entfernt und verbrannt werden.

Krankheitserreger von Tieren sollen künftig regelmässig auf Antibiotikaresistenzen untersucht werden. Die beiden Tierkrankheiten Paratuberkulose und die Epizootische hämorrhagische Krankheit (EHD) werden zudem neu von den zu überwachenden zu den bekämpfenden Seuchen umgeteilt. Das bedeute, dass künftig beim Verdacht dieser Krankheiten zwingend Massnahmen ergriffen werden müssen.

Das EHD-Virus ist nah verwandt mit dem Blauzungen-Virus und wird durch Insekten übertragen. Bis jetzt ist die Krankheit in der Schweiz noch nie aufgetreten. Gerade der Fall der Blauzungenkrankheit habe aber gezeigt, wie sie sich in kürzester Zeit über grosse Distanzen ausbreiten könne, schrieb das BLV.

Einschränkung bei Entsorgung von Fischabfällen

Anlässlich der Totalrevision der Verordnung über die Entsorgung von tierischen Nebenprodukten (VTNP) war 2011 die Möglichkeit geschaffen worden, Fischabfälle, die im Rahmen der einheimischen Fischerei auf dem Fangboot ausgeweidet werden, im See zu entsorgen. Diese Möglichkeit wurde auch noch auf den Ort der ersten Verarbeitung nach dem Anlanden ausgeweitet.

Aus fachlicher Sicht sei dies nicht unumstritten, weil beispielsweise Wasservögel durch Fischabfälle Krankheiten von einem Gewässer zum anderen verschleppen könnten. Ein Konflikt bestand zudem mit dem Bodenseeabkommen, da die übrigen Bodenseestaaten die Entsorgung von Fischabfällen im See verbieten.

Daher soll künftig wieder die Rechtslage vor der Totalrevision gelten. Die Kantone sollen aber weiterhin die Möglichkeit erhalten, in eigener Verantwortung die Entsorgung von Fischabfällen im See zu erlauben. Neu muss dies aber mit der Fischereiaufsichts- und zusätzlich auch noch mit der Umweltschutzbehörde abgesprochen werden.

Schlachttiertransport lückenlos dokumentieren

Eine weitere Neuerung gibt es bei den Tiertransporten: Neu muss nur noch bei Schlachttiertransporten die maximale Fahrzeit von sechs Stunden lückenlos dokumentiert werden. Der Gesamtaufenthalt der Tiere in einem Fahrzeug sollte grundsätzlich nicht mehr als acht Stunden betragen, wenn Fahrtunterbrüche - zum Beispiel für das Zu- oder Abladen von Tieren - dazu gerechnet werden.

Die Anhörung zu den Verordnungsänderungen dauert bis 17. April.

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