30.01.2019 12:00
Quelle: schweizerbauer.ch - Susanne Meier
Agrarpolitik
BTS auch im Anbindestall gefordert
Die IG Anbindestall kämpft dafür, dass es auch für Kühe im Anbindestall BTS-Beiträge geben kann. Zudem wollen sie von den im Rahmen der AP 22+ neu geschaffenen Tiergesundheitsbeiträgen profitieren.

«Immer mehr Abnehmer von Milch, aber auch von Fleisch verlangen von den Produzenten, dass sie bei der Milchviehhaltung die BTS- und die Raus-Anforderungen einhalten. Damit werden alle Milchviehhalter mit einem Anbindestall ausgeschlossen», betont Konrad Klötzli, Präsident der IG (Interessengemeinschaft) Anbindestall, aus Achseten BE. «Wir fordern deshalb, dass der Anbindestall BTS-tauglich wird.» 

Strohbett und Raus

Konkret sollen Anbindeställe BTS-konform sein, wenn sie ein Strohbett haben, die Raus-Anforderungen erfüllt sind und die Kühe zusätzlich einen grossen Teil der Ration auf der Weide fressen. «Wir haben geschätzt noch 50 Prozent Anbindeställe in der Schweiz», so Klötzli, «von diesen erfüllen rund die Hälfte diese Anforderungen, vor allem im Viehzuchtgebiet.» Klötzli verlangt, dass der Bund ebenso 90 Franken pro Grossvieheinheit (GVE) ausrichtet wie in BTS-konformen Laufställen.

Mit diesem Antrag ist die IG Anbindestall beim Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) allerdings aufgelaufen. «Es ist nicht vorgesehen, BTS-Beiträge für Anbindeställe vorzuschlagen. Das würde der Zielsetzung von möglichst tierfreundlicher, artgerechter Haltung widersprechen», erklärt Victor Kessler vom BLW. «Die Direktzahlungsverordnung besagt, dass besonders tierfreundliche Stallhaltungssysteme ganz oder teilweise gedeckte Mehrbereichshaltungssysteme sind, in denen die Tiere ohne Fixierung in Gruppen gehalten werden und in denen den Tieren ihrem natürlichen Verhalten angepasste Ruhe-, Bewegungs- und Beschäftigungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen.»

Koordinierte Eingabe

Klötzli hat mit der Absage des BLW auch die Begründung gehört, dass mit BTS-Beiträgen für Anbindeställe die Konsumenten getäuscht würden. Dies lässt er aber nicht gelten: «Man darf nicht immer die Konsumenten fragen, man muss den Fachmann fragen.» Nun nimmt die IG Anbindestall einen neuen Anlauf. «Wir werden, koordiniert mit dem Bauernverband und dem Tierschutz, eine Eingabe zur AP 22+ einreichen», sagt Klötzli. «Auch Kühe im Anbindestall sollen von den neuen Tiergesundheitsbeiträgen, die uns mit der AP 22+ versprochen werden, profitieren können.»

Diese Möglichkeit besteht laut Kessler: «Im Rahmen der Vernehmlassung kann sich jeder zum Entwurf des Bundesrats äussern und auch neue Vorschläge einbringen.»

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