6.08.2018 17:24
Quelle: schweizerbauer.ch - sda/blu
Trockenheit
Bund hilft dürregeplagten Bauern
Der Bund greift den Bauern unter die Arme: Wegen der Trockenheit senkt er vorübergehend die Zölle auf Heu und Silomais. Bauern, die mit Liquiditätsproblemen kämpfen, können zinslose Darlehen beantragen.

Das hat Landwirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann beschlossen, wie das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) am Montag mitteilte. Die Senkung der Importzölle soll Versorgungsengpässe beheben: Weil Futtermittel wegen der Trockenheit im Inland und im nahen Ausland knapp sind, steigen die Preise. Die befristete Zollsenkung soll das zum Teil kompensieren.

Zinslose Darlehen


Die Trockenheit kann in Einzelfällen zu ausserordentlichen finanziellen Belastungen für die Bauernbetriebe führen. Die grösste Schwierigkeit besteht für die betroffenen Landwirte in der Erhaltung der Liquidität und in der allgemeinen Verbesserung der Betriebssituation. Die zinslosen Darlehen sollen jenen Betrieben helfen, die wegen Ernteausfällen kurzfristig mit Liquiditätsengpässen kämpfen. Laut BLW haben Bauern die Möglichkeit, die Rückzahlung einmalig innerhalb gegebenen Fristen zu sistieren.

Weitere Massnahmen sind auf Kantonsebene möglich respektive wurden bereits ergriffen. Bei den Direktzahlungsbestimmungen haben verschiedene Kantone wegen der grossen Trockenheit in den Monaten Juni und Juli bereits Ausnahmen erlassen. Direktzahlungen können somit auch bei Nichterfüllen der Anforderungen in vollem Umfang geleistet werden. Das erlaubt die Beweidung von extensiv und wenig intensiv genutzten Wiesen sowie von Rotationsbrachen, schreibt das BLW. Auf Sömmerungsbetrieben kann der Normalbesatz in begründeten Fällen über - oder - betreffend Dauer - unterschritten werden. Das BLW fordert die Kantone auf, ihren Spielraum auszunutzen.

Bauern unter Druck

Mit seinen Entscheiden erfüllt Schneider-Ammann Forderungen der Bauern, bevor diese offiziell erhoben worden sind. Bauernverbands-Direktor Jacques Bourgeois hat bisher erst via Medien Massnahmen vom Bund verlangt. Einen Katalog mit konkreten Forderungen wolle er morgen Dienstag bei den zuständigen Stellen des Bundes einreichen. Wichtigstes Anliegen sollte laut Bourgeois die Senkung von Zöllen auf Heu sein.

Nach seinen Angaben müssten die Viehzüchter derzeit eigentlich das Futter für den kommenden Winter einbringen können. Im Ackerbau litten vor allem die Produzenten von Zuckerrüben, Kartoffeln und Mais unter der anhaltenden Dürre. Sie rechnen mit grossen Ernteausfällen. Borgeois hatte daher auch die Verlängerung von Rückzahlungsfristen für Investitionskredite angeregt. Die Konsumenten müssen unter Umständen mit höheren Lebensmittelpreisen rechnen.

Am letzten Freitag hatten die Behörden die Hitzewarnungen bis Mittwoch verlängert, für das Genferseebecken und das Wallis wurde die Warnstufe sogar erhöht. Der Höhepunkt der Hitzewelle wird ab nächstem Dienstag erwartet. Ab Donnerstag wird es kühler, spätestens am Freitag gibt es Regen. Diese Niederschläge vermögen aber das grosse Defizit nicht zu decken. 

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