13.08.2020 14:30
Quelle: schweizerbauer.ch - sda/blu
Kälbermast
Bund will mit Kälbermästern reden
Die corona-bedingte Schliessung der Gastronomiebetriebe hat dem Kalbfleischmarkt massiv zugesetzt. Die Preise sind zwischenzeitlich förmlich eingebrochen. Der Bundesrat sucht nun das Gespräch mit den Betroffenen.

Die Corona-Krise habe gezeigt, dass der Kalbfleischmarkt ein fragiler Absatzmarkt sei, schrieb der Bundesrat am Donnerstag in seiner Antwort auf eine Interpellation von Nationalrat Marcel Dettling (SVP/SZ). Der Landwirt und Präsident des Schweizer Kälbermästerverbands hatte auf die Probleme in seiner Branche aufmerksam gemacht.

Der Bundesrat schätzt, dass die summierten Mindererlöse der Kälbermäster während der Schliessung der Gastrobetriebe gegenüber derselben Vorjahresperiode rund 4 Millionen Franken betragen. Seither hätten sich die Produzentenpreise für Mastkälber aber wieder den Preisen in der Vorjahresperiode angenähert.

Die Coronakrise habe gezeigt, dass der Kalbfleischmarkt ein fragiler Absatzmarkt sei, der besonders stark auf Nachfrageschwankungen reagiere, schreibt der Bundesrat. «Der überdurchschnittlich hohe Inlandanteil am Konsum, der hohe Anteil der Ausserhaus konsumiert wird sowie der stetig sinkende Pro-Kopf-Konsum sind grosse Herausforderungen in diesem Markt», so die Landesregierung.

Der Bundesrat schreibt weiter, dass eine klare Differenzierung auf den Absatzmärkten und eine verstärkte Zusammenarbeit entlang der ganzen Wertschöpfungskette vielversprechende Lösungswege zur Erhaltung und Stärkung der bäuerlichen Kälbermast seien. Er ist sich der herausfordernden Situation der bäuerlichen Kälbermäster, insbesondere im Hügel- und Berggebiet, bewusst.

Das Wirtschaftsdepartement (WBF) und das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) wird deshalb mit den Kalbfleischproduzenten, den Verarbeitungsbetrieben und dem Handel die Problematik im Rahmen eines runden Tisches gemeinsam erörtern.

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