13.06.2016 13:14
Quelle: schweizerbauer.ch - Daniel Salzmann
Milchmarkt
Bundesrat hat Problem der Milchkaufverträge erkannt
Der Bundesrat wolle die Milchkaufverträge analysieren. Das sagt er auf eine Anfrage von Markus Hausammann (SVP, TG).

An der Pressekonferenz zum Milchgipfel hatten Bauernverbandspräsident Markus Ritter und Bauernverbandsdirektor Jacques Bourgeois die heutigen Milchkaufverträge kritisiert.

Klare Vertragsvorgaben führen zu Stabilität

Bourgeois sagte, dass, basierend auf Artikel 37 des Landwirtschaftsgesetzes, klare Vorgaben bezüglich Menge und Preis in den Milchkaufverträgen definiert würden – «im Sinne, dass die Akteure des Milchmarktes Mengen und Richtpreise für die A-Milch festlegen». Das ermögliche den Milchproduzenten, selber zu entscheiden, ob sie zusätzliche Mengen für den Export liefern oder nicht.

Die klaren Vertragsvorgaben führten zu einer Mengeneindämmung und zu Preisstabilität. Bourgeois kritisierte auch, dass Milchpreise hinterher kommuniziert würden. Ritter sagte, dass in seinen Augen nicht nur die Lieferung der C-Milch, sondern auch die der B-Milch freiwillig sein müsste.

Hausammann fragt nach

In der Fragestunde des Nationalrates vom Montag fragte Milchproduzent Markus Hausammann (SVP, TG): «Welchen Handlungsbedarf sieht der Bundesrat, die Risiken im Milchmarkt gerechter auf die einzelnen Stufen der Wertschöpfungskette zu verteilen?»

Heute ist es ja so, dass alle im Markt ihre Kosten gedeckt haben – Futtermittellieferanten, Traktorenverkäufer, Milchhändler, Milchverarbeiter, Detailhändler –, nur der Molkereimilchproduzent nicht. Er ist zum Restgeldempfänger herabgesunken, der sich und seine Familie mit Milchpreisen durchschlagen muss, welche von Molkereien und Detailhändlern diktiert werden.

«Risiko besser verteilen»

Bereits im ersten Satz der Antwort auf Hausammanns Frage kommt der Bundesrat auf die Milchkaufverträge zu sprechen. Ihnen komme eine grosse Bedeutung zu. Weiter heisst es, der Bundesrat werde bei der nächsten sich bietenden Gelegenheit prüfen, ob die bestehenden Anforderungen nach Artikel 37 des Landwirtschaftsgesetzes an einen Standardvertrag für Kauf und Verkauf von Rohmilch angepasst werden müssen.

Und dann kommt der bemerkenswerte Satz, den Bernard Lehmanns Leute notierten: «So soll mittels Standardvertrag insbesondere das wirtschaftliche Risiko aufgrund von Preisschwankungen besser zwischen Milchproduzenten und Milchkäufern verteilt werden.»

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