28.02.2013 15:42
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Energie
Bundesrat steht Fracking-Technologie zur Erdgasförderung kritisch gegenüber
Der Bundesrat betrachtet die Fracking-Technologie zur Erdgasförderung skeptisch. Aus seiner Sicht sind die Risiken für die Schweiz noch nicht genügend abschätzbar. Er empfiehlt den Kantonen, mit dem Fracking zuzuwarten, bis genügend Erkenntnisse vorhanden sind.

Ein Verbot steht aber nicht zur Debatte: Der Bund verfüge über keine Rechtsgrundlage, um die Exploration und Gewinnung von Schiefergas mit der Fracking-Technik zu verbieten, schreibt der Bundesrat in seiner am Donnerstag veröffentlichten Antwort auf einen parlamentarischen Vorstoss.

«Nicht hinnehmbares Risiko»

Er empfiehlt den Räten, die Motion von Lukas Reimann (SVP/SG) abzulehnen. Reimann möchte den Bundesrat auffordern, sich auf internationaler Ebene gegen die Fracking-Pläne am Bodensee einzusetzen und sich persönlich für die Schweizer Interessen stark zu machen.

Beim Fracking wird Gestein aufgebrochen, indem mit hohem Druck eine Flüssigkeit in das Bohrloch gepumpt wird. Das im Gestein lagernde sogenannte Schiefergas wird mithilfe von Chemikalien gelöst. Seit einigen Jahren kann mit der Technologie auch Erdgas in dichtem Gestein erschlossen werden, das zuvor unzugänglich war.

Britische Unternehmen möchten in der Bodenseeregion mit der umstrittenen Technologie nach Gas bohren, schreibt Reimann in seinem Vorstoss. Das Projekt stelle ein nicht hinnehmbares Risiko für Umwelt, Sicherheit und Tourismus dar. Der Bodensee diene für fast fünf Millionen Menschen als Trinkwasserspeicher.

Schweizer Recht im grenznahen Ausland

Der Bundesrat hält in seiner Antwort fest, grundsätzlich gehe von jeder Bohrung - unabhängig von der Technik - ein Risiko für die Umwelt aus, vor allem für das Grundwasser. Das Schweizerische Umweltrecht verlange deshalb, dass das Restrisiko bei Bohrungen auf ein vertretbares Mass reduziert werde.

Er sei der Ansicht, dass für das Fracking im grenznahen Ausland mindestens dieselben Anforderungen gelten sollten, schreibt der Bundesrat. Diese Forderung werde er einbringen, sobald konkrete Projekte anstünden. Auch werde er sich im Rahmen seiner Kompetenzen kritisch zur Schiefergasexploration äussern. Zu weitergehenden Interventionen könne er sich aber nicht verpflichten.

Der Bundesrat erinnert ferner daran, dass er sich generell nicht für eine vermehrte Nutzung fossiler Energien einsetze, da dies dem Klimaschutz und auch der Energiestrategie 2050 widersprechen würde.

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