20.11.2014 18:22
Quelle: schweizerbauer.ch - sda/blu
Direktzahlungen
Bundesrat verteidigt Direktzahlungen für Tierproduktion
Im vergangenen Jahr flossen rund 70 Prozent der Agrarzahlungen in die Tierproduktion und rund 30 Prozent in die pflanzliche Produktion. Dies schreibt der Bundesrat in seiner am Donnerstag veröffentlichten Antwort auf einen parlamentarischen Vorstoss von Nationalrat Bastian Girod.

Der Bund unterstützte 2013 die Tier- und Pflanzenproduktion mit Direktzahlungen im Umfang von 2,8 Milliarden Franken und mit Beiträgen für Produktion und Absatz (Tierzucht, Viehwirtschaft, Milchwirtschaft, Absatzförderung, Pflanzenbau) in der Höhe von 0,47 Milliarden Franken.
Das auf Naturwiesen und Weiden produzierte Futter wird ausschliesslich für die Tierfütterung verwendet.

Bundesrat: Schweiz ist typisches Grasland

Die Unterstützung für die tierische Produktion lässt sich so abschätzen, indem man die für diese Flächen ausbezahlten Flächenbeiträge (inkl. Hangbeiträge) sowie die eindeutig der Tierproduktion zuzuordnenden Direktzahlungen und Ausgaben für Produktion und Absatz zusammenzählt, schreibt der Bundesrat. Aufgrund dieser Schätzung flossen 2013 rund 70 Prozent der Mittel in die tierische Produktion und rund 30 Prozent in die pflanzliche Produktion.

Dieses Verhältnis lässt sich dadurch erklären, dass die Schweiz ein typisches Grasland ist, heisst es weiter. Rund 60 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche sind Naturwiesen und Weiden. "Sie bilden die ideale Grundlage für die Haltung von Raufutterverwertern wie Rinder, Ziegen, Schafe, Pferde und Neuweltkameliden, die das Raufutter in wertvolle Nahrungsmittel umwandeln", führt der Bundesrat aus.

Nationalrat Bastien Girod (Grüne/ZH) hatte wissen wollen, wieso die Tierproduktion gegenüber dem Pflanzenbau bei den Direktzahlungen bevorzugt werde, obwohl die Produktion tierischer Produkte die Umwelt stark belaste und Experten zu einer Ernährung mit einem hohen pflanzlichen Anteil rieten.

Girod: Grobe Missstände in Schweineställen

Weiter fragte er, welche Konsequenzen der Bundesrat aus dem Schweine-Report der Tierrechtsorganisation tier-im-fokus.ch ziehe. Diese hatte im August umfangreiches Bildmaterial aus Schweizer Schweineställen veröffentlicht. Die Bilder zeigten kotverschmierte Betonbuchten, auf nacktem Boden liegende Schweine sowie Tiere mit Ausschlägen und Bisswunden.

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Laut Tierschutz- und Tierrechtsorganisationen handelt es sich nicht um Einzelfälle, sondern viel mehr um den Normalfall. Vieles ist gesetzeskonform. Girod spricht von «groben Missständen», die Zweifel am Schutz des Tierwohls aufkommen liessen.

Bundesrat: Schweiz verfügt über hohes Tierschutzniveau

Der Bundesrat sieht dies anders. Die Schweiz verfüge über ein hohes Tierschutzniveau, hält er fest. In Einzelfällen würden Missstände festgestellt, die mit der Tierwürde nicht zu vereinbaren seien. Es sei Aufgabe der kantonalen Vollzugsbehörden, dafür zu sorgen, dass diese behoben und die Tierhalter bestraft würden.

Schliesslich erkundigt sich Girod nach den Massnahmen gegen Antibiotikaresistenzen, die im Zusammenhang mit dem Einsatz von Antibiotika in der Tierproduktion stehen. Der Bundesrat bestätigt, dass Massnahmen nötig sind. Die Arbeiten für eine Antibiotika-Resistenz-Strategie seien in Gang, voraussichtlich im Dezember werde eine Anhörung durchgeführt.

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