22.05.2014 06:41
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Wald
Bundesrat will Wald fit machen
Der Schweizer Wald soll besser vor Schädlingen geschützt und an das veränderte Klima angepasst werden. Gleichzeitig soll die vermehrte Nutzung des nachwachsenden Rohstoffs Holz den Klimawandel bremsen. Der Bundesrat hat dem Parlament am Mittwoch eine Änderungen des Waldgesetzes vorgelegt.

2011 hat der Bundesrat beschlossen, die Herausforderungen des Klimawandels in seine Waldpolitik aufzunehmen. Daneben sind die bessere Bewirtschaftung des Waldes sowie dessen Schutz vor biotischen Gefahren die wichtigsten Ziele der Gesetzesrevision.

In der Botschaft ans Parlament stellt der Bundesrat fest, dass die Regelungen zur Abwehr etwa von eingeschleppten Schädlingen wie dem Asiatischen Laubholzbockkäfer oder der Kastaniengallwespe ungenügend und lückenhaft sind. Beispielsweise fehlt im geltenden Recht eine Vorschrift, dass neu auftretende Schädlinge rechtzeitig bekämpft werden müssen. Auch ist nicht klar, welche Organisationen zuständig sind.

Stürme und Hitzeperioden

Dies will der Bundesrat mit der Revision des Waldgesetzes ändern. Damit soll auch eine Grundlage für die Finanzierung von Massnahmen gegen Waldschäden ausserhalb von Schutzwäldern geschaffen werden. Nur so könne eine rechtzeitige Prävention und Bekämpfung von Schadenorganismen erfolgreich sein, schreibt der Bundesrat.

Nicht nur Käfer, Pilze und andere Schädlinge, sondern auch der Klimawandel bedroht den Wald. Laut Bundesrat sind mehr Extremereignisse wie Stürme und Hitzeperioden zu erwarten. Weil dies die natürlichen Anpassungsprozesse im Wald zu überfordern droht, sind Massnahmen wie eine gezielte Pflege des Jungwaldes oder die vorzeitige Verjüngung instabiler Bestände notwendig. Auch dazu soll der Bund finanzielle Beiträge leisten können.

Vermehrt Nutzung des Rohstoffs

Ein weiteres Ziel des Waldgesetzes ist die vermehrte Nutzung des Rohstoffs Holz. Dies ist laut Bundesrat sowohl energie- wie auch klimapolitisch sinnvoll und für eine nachhaltige Waldbewirtschaftung auch notwendig. Mit einer neuen Bestimmung sollen daher die Rahmenbedingung für die Holzverwertung verbessert werden.

Abgelehnt hat der Bundesrat jedoch die Forderung der Waldeigentümer, Leistungen des Schweizer Waldes zur Minderung des Klimawandels zu entschädigen. Übernommen hat er aber die Anregung der Kantone, das aus der Zeit des Beamtenstatus stammende Wählbarkeitszeugnis abzuschaffen.

Mehrkosten für den Bund

Zudem sollen die Anforderungen für eine Stellenbesetzung zeitgemässer gemacht werden. Weiterhin sollen ausgewiesene Waldfachkompetenzen sowie praktische Erfahrung als Kriterien gelten. Die Ausbildung von temporären Waldarbeitern kann der Bundesrat mit Beiträgen unterstützen.

Die vorgeschlagene Revision ist mit Kosten verbunden: 21 Millionen Franken pro Jahr veranschlagt der Bundesrat für Massnahmen zur Anpassung an den Klimawandel ausserhalb des Schutzwaldes. Das sind 10 Millionen Franken mehr als heute. Damit sollen zusätzliche Waldverjüngungen finanziert werden. Noch einmal der gleiche Betrag ist für Massnahmen innerhalb des Schutzwaldes nötig.

Die Abgeltung der Massnahmen gegen Waldschäden soll den Bund 2 Millionen Franken kosten. Für die Holzförderung werden heute 4 Millionen Franken ausgegeben, laut Bundesrat sind keine zusätzlichen Mittel nötig. Zudem sind im Bundesamt für Umwelt zwei neue Vollzeitstellen nötig.

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