12.09.2019 10:51
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Bern
Capaul versuchts als Parteiloser
Armin Capaul will in der Politik noch einmal durchstarten. Der 68-Jährige will als Parteiloser den Sprung in den Nationalrat schaffen. Die (Horn)-Kuh ist dabei ein zentrales Anliegen.

Am 20. Oktober 2019 finden die eidgenössischen Wahlen statt. Im Kanton Bern stehen für den Nationalrat 24 Sitze zu Verfügung, einen weniger als vor 4 Jahren. Das Rennen wird dementsprechend schwierig.

15'000 Franken für Kampagne

Das hindert Armin Capaul nicht, für den Nationalrat zu kandidieren. Und er tut dies als Parteiloser. «Im Kanton Bern haben 160'000 Personen ein Ja für die Hornkuh-Initiative eingelegt. Wenn diese Stimmberechtigten mich zweimal auf jede Liste setzen, werde ich gewählt», sagt der Bergbauer. Im vergangenen Herbst konnte Capaul einen Achtungserfolg feiern. Knapp 45 Prozent haben seiner Initiaitve zugestimmt.

Für seine Kampagne setzt hat er der Capaul 15'000 Franken zur Verfügung. «Das ist nicht viel. Aber man sollte Personen wählen und nicht das Geld», macht Capaul klar. Gegenüber schweizerbauer.ch legt Capaul auch offen, von wo die finanzielle Unterstützung stammt. 

Verärgert über Berner Bauernverband

«Bei der Hornkuh-Initiative hatten wir noch 20'000 Franken übrig. Ich habe mich acht Jahre für die Hornkühe eingesetzt und während dieser Zeit alles aus dem eigenen Sack bezahlt. Deshalb hat die Initiativkomitee beschlossen, meinen Wahlkampf mit 15'000 Franken zu unterstützen», sagt Capaul. Dem im Berner Jura beheimateten Bergbauer ist aber klar, dass seine Kandidatur kein Selbstläufer wird. «Ich bin heute hier um zu sagen, dass ich wählbar bin. Um ins Bundeshaus zu kommen, braucht es den Schritt der Stimmberechtigten an die Urne», fährt er fort.

Geärgert hat sich Armin Capaul über den Berner Bauernverband (BEBV). Dieser unterstützt seine Kandidatur nicht. «Ich bin ihnen wohl ein Dorn im Auge und sie wollen mich so wohl ausbooten», hält er fest. Der Bergbauer geht ohne Listenverbindung ins Rennen. Zwar sei er von verschiedener Seite, links wie rechts, angefragt worden. «Sie wollten mich wohl als Stimmenfänger», so Capaul. Doch er will sich nicht einem Programm unterordnen. «Die Stimmberechtigen wissen bei der Liste 34, dass sie nur uns wählen. Das ist einfach, ehrlich, gradlinig und konsequent», findet er. 

Hornbeitrag im Gesetz verankern

Sein politisches Programm beinhaltet vor allem landwirtschaftliche Themen. «Hier kenne ich mich aus», fährt er fort. In Bundesbern würde er sich für die Würde des Tieres einsetzen, macht er klar. Er möchte seinen Einsatz für die Hornkühe zu Ende führen. «Vor Abstimmung über die Hornkuh-Initiative wurde an einem Gegenvorschlag gearbeitet.  Diesen möchte ich umsetzen. Die finanzielle Unterstützung für horntragende Kühe und Ziegen muss ins Gesetz kommen», macht er klar.  

Weiter will Capaul eine Deckelung der Direktzahlungen pro Betrieb (maximal 100'000 Franken). Und er unterstützt die Trinkwasser- und die Pestizid-Verbots-Initiative. 

Langjähriger Nationalrat als Wahlkampfhelfer

Wie schätzt Capaul seine Wahlchancen ein? Hier meldet sich eine prominente Persönlichkeit zu Wort. Andreas Gross, der während 24 Jahren Nationalrat für die SP (1991-2015) war, agiert als eine Art Wahlkampfleiter. «In Bern hat er sich grössere Chancen, weil es mehr Sitze gibt. Und er hat auch viel Unterstützung aus der Landwirtschaft», meint Gross.

Armin Capaul würde eine Nicht-Wahl nicht als tragisch auffassen. «Ich habe mir einfach gesagt: Um etwas zu ändern, muss ich mich der Wahl stellen», fährt er fort. Die Chancen, dass der Bergbauer den Sprung ins Bundeshaus schafft, dürften aber eher gering sein. Dazu müsste er knapp 4 Prozent Wähleranteil holen - das ist eine hohe Hürde.

Politisches Programm:

1. Zukunft der Landwirtschaftspolitik (AP22+)
2. Gleicher Lohn für Mann und Frau
3. Demokratisierung der Demokratie wie z.B. Einführung der Gesetzesinitiative oder Transparenz der Mittel der Parteien, Parlamentarier und Abstimmungskomitees
4. Service Publik, Swisscom, Post, SBB

Dafür will sich Capaul einsetzen:
1. Dass Kühe Ihre Hörner behalten dürfen
2. Eine Tier- und naturfreundliche Landwirtschaftspolitik
3. Der Ausbau für den öffentlichen Dienst
4. Die Einführung der Gesetzesinitiative

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