16.09.2017 06:09
Quelle: schweizerbauer.ch - ral
Raumplanung
Das ARE krebst zurück
Das Bundesamt für Raumentwicklung (ARE) hat zusammen mit dem Kanton Bern offene Fragen der Bewilligungspraxis beim Bauen ausserhalb der Bauzonen geklärt. Dies betrifft Bauten, die vor 1972 erstellt wurden.

Im Artikel 24c des Raumplanungsgesetzes (RPG) ist umschrieben, welche Änderungen bei bestehenden nichtlandwirtschaftlichen Wohnbauten ausserhalb der Bauzonen zulässig sind. Dieser Artikel ist vor rund fünf Jahren infolge einer Sankt-Galler Standesinitiative revidiert worden und seit dem 1.November 2012 in Kraft.

Ziel der Initiative war es, getreu dem Grundsatz «Wohnen bleibt Wohnen» bei Wohnbauten, die 1972 noch landwirtschaftlich genutzt waren, dieselben Baumöglichkeiten zuzulassen wie bei Wohnbauten, die 1972 nicht oder nicht mehr landwirtschaftlich genutzt waren. 

Erscheinungsbild der Bauten

Dadurch wurde die Regelung für viele Wohnbauten ausserhalb der Bauzonen anwendbar. Aus Sorge um einen Identitätsverlust von traditionellen Kulturlandschaften wurden die Anforderungen an bauliche Massnahmen, die gegen aussen in Erscheinung treten, erhöht.

Veränderungen am äusseren Erscheinungsbild der Bauten waren nur noch dann zulässig, wenn sie für eine zeitgemässe Wohnnutzung oder eine energetische Sanierung nötig waren oder wenn sie auf die verbesserte Einpassung in die Landschaft ausgerichtet waren.

Grosszügig angewendet

Das ARE stellte in der Folge fest, dass die neuen Bestimmungen im Kanton Bern zu grosszügig angewendet wurden. Es intervenierte daher im August 2016 und verlangte eine teilweise Korrektur der Bewilligungspraxis.

Diese wurde aufgrund von Ortsbesichtigungen und Gesprächen mit verschiedenen Behörden überprüft. Das Ergebnis: Bei Veränderungen am äusseren Erscheinungsbild können etwas grössere Spielräume gewährt werden. Kann beispielsweise die ungenügende Raumhöhe nicht innerhalb des bestehenden Gebäudevolumens  angepasst werden, sind  Dachaufbauten oder eine Anhebung des Kniestocks zulässig. 

Kleine Wohnhäuser mit einer Bruttogeschossfläche BGF von maximal 75 m2 und mindestens einem Zimmer, das kleiner als 10m2 ist, können  eine Bewilligung für eine Erweiterung um 30% auf maximal 100 m2 BGF erwarten.

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE