9.01.2015 07:34
Quelle: schweizerbauer.ch - Daniel Salzamnn
AP 2017
Das Bündnerland profitierte 2014 am meisten
Die Bergkantone konnten 2014 mehr Beiträge auszahlen. Mehrere Kantone in der Talzone – etwa BE, ZH, TG, AG – verloren zusätzlich Gelder, weil sie nicht in der Lage waren, überall Landschaftsqualitätsbeiträge anzubieten.

Im Jahr 1 der Agrarpolitik 2014–2017 setzt sich das Bündnerland an die Spitze der Rangliste der Kantone, die mehr Direktzahlungen als früher auszahlen konnten. Es waren 24 Mio. Fr. mehr als 2013. An die Ganzjahresbetriebe gingen laut Auskunft des kantonalen Landwirtschaftsamts 15,5 Mio. Fr. mehr. Das entspricht genau der Summe der Übergangsbeiträge, die letztes Jahr im Kanton Graubünden ausbezahlt wurden.

Damit ist auch bereits klar, dass die Bündner Landwirte in der Summe in Zukunft mindestens gleich viel Direktzahlungen erhalten wie bisher. Denn die Übergangsbeiträge werden in den nächsten Jahren auf null sinken. Mit der flächendeckenden Einführung der Landschaftsqualitätsbeiträge bereits 2014 und der sehr weiten Verbreitung von Vernetzungsprojekten hat der Kanton Graubünden sein Direktzahlungspotenzial bis 2017 bereits fast ausgeschöpft.

Nicht überall LQB

Unter den Verliererkantonen im Jahr 2014 befinden sich einige, die es im letzten Jahr noch nicht geschafft haben, ihren Landwirten flächendeckend Landschaftsqualitätsbeiträge (LQB) zu ermöglichen: Bern, Aargau, Freiburg, St.Gallen, Thurgau und Zürich. Sobald sie so weit sind, können sie im Vergleich zu den anderen Kantonen aufholen.

Der Kanton Bern etwa zahlte heuer nur 1,43 Mio. Fr. für LQB aus, budgetiert aber nächstes Jahr dafür 30 Mio. Fr.  Der Kanton Waadt profitierte  davon, dass sich die Betriebe bereits 2014 für Landschaftsqualitätsbeiträge anmelden konnten. Deren Summe belief sich auf ungefähr 18 Mio. Fr. Hätte er nur so wenig LQB ausbezahlt wie der Kanton Bern, wäre im vergangenen Jahr auch der Kanton Waadt im Minus gelandet.

Übergangsbeiträge weg

Andere Kantone, die bereits 2014 weniger ausbezahlten, könnten in Zukunft noch tiefer ins Minus sinken. Schaffhausen etwa bot bereits flächendeckend LQB an und konnte trotzdem 4% weniger Direktzahlungen ausbezahlen. Und weil die Übergangsbeiträge  noch erheblich sind, könnte die Direktzahlungssumme im Kanton noch weiter sinken. «Die Agrarreform ist immer darauf ausgelegt gewesen, dass etwas mehr Geld ins Berggebiet fliesst», betonte BLW-Vizedirektor Christian Hofer im letzten November.

Administrativer Aufwand

«Die AP 14–17 ist ein Bürokratiemonster», kritisierte Magdalena Schatzmann aus Diemtigen BE in einem Leserbrief. Sie rief damals zum  Referendum gegen die AP 14–17 auf. An der diesjährigen Präsentation des Agrarberichts gab Bernard Lehmann, Direktor des Bundesamts für Landwirtschaft (BLW), es selbst zu: «Die administrative Last ist objektiv gestiegen.» Das BLW will mit den Landwirten zusammen Lösungen entwickeln, um die Betriebe zu entlasten. Auch von der administrativen Last aber profitiert jemand. Bei den Landschaftsqualitätsbeiträgen etwa erarbeitete die Agridea Grundlagen, und diverse Ökobüros arbeiteten kantonale Projekte aus. sal

 

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE