24.06.2019 08:00
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Deutschland
Demo für schnellen Kohleausstieg
Rund zehntausend Menschen haben am Wochenende im rheinischen Braunkohlerevier für einen raschen Kohleausstieg demonstriert.

An einer Kundgebung im Ort Keyenberg, der dem Tagebau weichen soll, nahmen am Samstag nach Angaben der Organisatoren rund 8000 Menschen teil.

Mehrere hundert Klimaschützer drangen zudem in den Tagebau Garzweiler vor; einige verbrachten dort die Nacht zum Sonntag. Hunderte Aktivisten blockierten zudem die Bahnstrecken für den Kohletransport.

Zum Aktionstag am Samstag unter dem Motto «Kohle stoppen - Klima und Dörfer retten» hatte ein Bündnis aus umwelt- und zivilgesellschaftlichen Gruppen aufgerufen. Die Demonstranten in Keyenberg bildeten ein gelbes Band, «um sich so schützend um den Ort zu legen», wie eine Greenpeace-Sprecherin sagte.

Zu den Teilnehmern der Kundgebung gehörten auch Anhänger der Schülerbewegung Fridays for Future. Sie hatten bereits am Freitag in Aachen für einen schnellen Kohleausstieg demonstriert. An der Demonstration nahmen nach Angaben der Organisatoren 40'000 junge Menschen teil.

Verletzte bei Ausschreitungen

«Örtlich verteilt» um den Tagebau Garzweiler waren nach Angaben von Ende Gelände zudem einige tausend weitere Klimaschützer. Mehrere hundert durchbrachen am Samstagnachmittag nach Polizeiangaben Absperrungen und strömten auf das Gelände. «Die Bagger stehen still», sagte eine Sprecherin der Initiative «Ende Gelände» über die Aktion.

Nach Angaben der Polizei wurden acht Beamte verletzt. Auch auf Seiten der Demonstranten gab es laut Ende Gelände mehrere Verletzte, die ins Spital gebracht werden mussten. Die Polizei habe Pfefferspray und Schlagstöcke eingesetzt.

Räumung beendet

Am Samstagabend begann die Polizei mit der Räumung des Tagebaugeländes; viele Demonstranten musste sie wegtragen, andere gingen nach Aufforderung freiwillig. Am Sonntagvormittag erklärte die Polizei die Räumung für beendet. Sie hatte die verbliebenen Aktivisten mit Wasser und Lebensmitteln versorgt.

Sonntagmittag verliessen auch die meisten Demonstranten die Gleise zwischen den Kraftwerken Neurath und Niederaussem, die sie seit Freitag blockiert hatten. 

«Ende Gelände» fordert den sofortigen Kohleausstieg und einen grundlegenden sozial-ökologischen Systemwandel. «Weil die Politik versagt, haben wir selbst dafür gesorgt, dass die Kohle-Bagger still stehen», erklärte «Ende Gelände». 

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