23.09.2014 18:00
Quelle: schweizerbauer.ch - Anja Tschannen
Alpwirtschaft
Die Älpler können aufatmen
Regelmässig bestossene Alpen müssen nicht mit Kürzungen rechnen, wenn sie 75 Prozent des Normalbesatzes nicht erreicht haben.

Durch den überwiegend kühlen, sonnenarmen und nassen Sommer und das mässige Graswachstum waren viele Älpler gezwungen, ihre Tiere früher ins Tal zu bringen, wie der Schweizerische Alpwirtschaftliche Verband (SAV) mitteilte. «Regional gibt es sehr grosse Unterschiede», sagt SAV-Geschäftsführer Jörg Beck. Vor allem in der Innerschweiz und dem Entlebuch seien die Böden vernässt gewesen.

Frühzeitiger Abtrieb

Mit dem früheren Abtrieb drohe den Älplern eine Kürzung der Sömmerungsbeiträge. Der SAV hat deshalb das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) aufgefordert, die Kantone anzuhalten, bei der Auszahlung der Sömmrungsbeiträge Kulanz walten zu lassen. Die Sömmerungsbetriebe sollen den vollen Beitrag auch dann erhalten, wenn sie das Vieh frühzeitig abtreiben und dadurch den Normalbesatz von 75% nicht erreichen.

Der SAV beruft sich bei seiner Forderung auf eine Ausnahmeregelung in der Direktzahlungsverordnung, die in Kraft treten soll, wenn ausserordentliche klimatische Bedingungen gesamtschweizerisch den Alpsommer verkürzen. Wie das BLW nun in einer Medienmitteilung verkündet, seien die kantonalen Vollzugsstellen darüber informiert, die Sommerungsbeiträge nicht zu reduzieren. Von einer Kürzung wird jedoch nur abgesehen, wenn der Bewirtschafter ein Gesuch bei der zuständigen kantonalen Vollzugsbehörden stellt und nachweisen kann, dass die Alp in den letzten Jahren regelmässig zwischen 90 und 110 Prozent bestossen wurde.

Regelmässiger Bestoss

Es muss aber auch nachgewiesen werden können, dass die Alpsaison 2014 mit einem entsprechenden Tierbestand begonnen wurde und die Wetterbedingungen zu unlöslichen Problemen geführt haben. Das BLW weist zudem darauf hin, dass die Regelung mit dem Normalbesatz  den Bewirtschaftern eine gewisse Flexibilität bieten würde und die Schwelle für den Normalbesatz nicht so schnell unterschritten werden würde.

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE