20.03.2017 08:36
Quelle: schweizerbauer.ch - Julia Spahr
Landfrauen
«Die Bäuerin ist eine Managerin»
Susanne Morach ist die neue Co-Geschäftsführerin des SBLV. Sie freut sich auf die Arbeit in einem engagierten Team.Wichtig sind ihr unter anderem Themen um die Ernährung sowie das politische Engagement von Frauen.

«Schweizer Bauer»: Sie sind die neue Co-Geschäftsführerin des Schweizerischen Bäuerinnen- und Landfrauenverband (SBLV). Welche Aufgaben übernehmen Sie?
Susanne Morach: Von Yvonne Koller Renggli übernehme ich die Bereiche «Agrarpolitik» und «Ernährung und Hauswirtschaft». Yvonne Koller Renggli wird nach ihrem Mutterschaftsurlaub weiterhin für den SBLV für die «Bildung Bäuerin» tätig sein. Ansonsten teile ich die Stelle mit Co-Geschäftsführerin Kathrin Bieri-Straumann. Sie ist zuständig für die Geschäftsbereiche «Finanzen», «Kommunikation» sowie «Familien- und Sozialpolitik».

Auf welche Aufgabe freuen Sie sich besonders?
Ich freue mich sehr auf die Zusammenarbeit mit den engagierten Frauen vom SBLV. Mit meinem Fachhochschulabschluss in Ernährung und Diätetik kann ich bestimmt Ideen und Fachwissen in den Bereich «Ernährung und Hauswirtschaft» einbringen. Zudem freue ich mich, die Aufgaben der agrarpolitischen Kommission zu begleiten. Ein wichtiges Thema ist, das Engagement von Frauen in politischen Gremien zu fördern. Wie in allen Gesellschaftsbereichen ist es in der Landwirtschaft von Bedeutung, dass Frauen mitbestimmen können.

Wie kamen Sie dazu, sich für die Stelle beim SBLV zu bewerben?
Die Stellenausschreibung hat aufgrund der spannenden Aufgabenbereiche mein Interesse geweckt. Ich kann mich  mit der Vision des Verbands identifizieren. Während der lehr- und erlebnisreichen Bäuerinnenschule am Wallierhof durfte ich ausserdem tolle Bäuerinnen und «Landfrauen» kennenlernen – für die ich jetzt gerne meine Fähigkeiten einsetze. In meiner Kindheit und Jugend verbrachte ich zudem viele Stunden im Pferdestall, auf den Höfen meiner Grosseltern oder im elterlichen Garten. Dadurch ist mir die Landwirtschaft vertraut und liegt mir auch sehr am Herzen.

Bauernfamilien stehen heutzutage vor grossen Herausforderungen. Wo sehen Sie für Bäuerinnen die grössten?
Eine der grössten Herausforderungen sehe ich in der Vereinbarkeit von allen Tätigkeiten, die eine Bäuerin zu bewältigen hat. Sie ist «Familienmanagerin», «Hauswirtschafterin», häufig zuständig für die Buchhaltung und nebenbei noch draussen auf dem Hof oder auswärts tätig. Kurz, die Bäuerin ist eine «Managerin», von der viele Fähigkeiten verlangt werden. Hier gilt es, die bestehenden Ressourcen sorgsam einzusetzen, damit keine Überforderung auftritt. Ich denke, hier bieten der SBLV, die Bäuerinnenschulen, aber auch die kantonalen und regionalen Bäuerinnen- und Landfrauenvereine wertvolle Informationen und Weiterbildungen oder setzen sich auf politischer Ebene ein, um die Frauen zu stärken.

Wo möchten Sie sich innerhalb ihrer Tätigkeit vom SBLV persönlich besonders für die Bäuerinnen und Landfrauen einsetzen?
Für mich bilden die Ernährung und die Gesundheit zentrale Aspekte. Die Konsumentinnen und Konsumenten sollen mit verschiedenen Projekten, die mit einer «frisch-frechen» Kommunikation in die Öffentlichkeit getragen werden, auf den Wert von frischen, regionalen und saisonalen Nahrungsmitteln hingewiesen werden. Dazu gehören natürlich auch die fachgerechte Lagerung und die gesunde Verarbeitung der Nahrungsmittel. Auf der Homepage vom SBLV wird bereits heute wöchentlich ein Rezept als Kochidee angeboten. Damit ich die Bäuerinnen und Landfrauen mit meiner Arbeit ideal unterstützen kann, werde ich sicher den regelmässigen Austausch pflegen, um ihre Bedürfnisse abzuholen.

Wie Sie sagten, haben Sie Ernährung und Diätetik studiert. Waren Sie vorher als Ernährungsberaterin tätig?
Ja, ich habe als Ernährungsberaterin gearbeitet, bevor ich noch einen Master in Health Science (Gesundheitswissenschaft) an der Universität Luzern abgeschlossen habe. Die Tätigkeit in der Ernährungsberatung hat mir viel Freude bereitet. Die Beratungstätigkeit hat mir auch die Komplexität im Umgang mit Lebensmitteln vor Augen geführt. Es gibt so viele Faktoren, die die Nahrungsmittelproduktion, die Verarbeitung, die Vermarktung und den Konsum von Lebensmitteln beeinflussen. Aktuell leite ich bei der Lungenliga Aargau das Projekt «Zackstark» – rauchfrei durch die Lehre, das zum Ziel hat, Jugendliche während der gesamten Ausbildungszeit rauchfrei zu halten.

Welche anderen Interessen haben Sie?
Von Frühling bis Herbst verbringe ich viel Zeit im Garten. Als Gönnerin von Pro Specie Rara experimentiere ich gerne mit alten Gemüsesorten.  Aktuell sind wir zudem am Bau einer Trockensteinmauer, das wird wohl einige Zeit in Anspruch nehmen. Essbare Wildpflanzen und Heilkräuter sind mein neustes Hobby. Stetig bin ich daran, mein Wissen zu erweitern und neue Pflanzen und deren Verarbeitung kennenzulernen. Ansonsten reite ich gerne, fahre Velo oder unternehme etwas mit meinem Partner.

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