12.03.2020 18:55
Quelle: schweizerbauer.ch - sda/blu
Parlament
Diese Milch wird legal
Der Bundesrat soll die rechtlichen Rahmenbedingungen schaffen, damit Kuhmilch aus Mutterkuhhaltung legal vermarktet werden kann.

Nach dem Nationalrat hat auch der Ständerat eine Motion von Martina Munz (SP/SH) angenommen, im Einverständnis mit dem Bundesrat. 

Munz argumentierte, Milch aus muttergebundener Kälberaufzucht gelte als besonders tierfreundlich und entspreche einem Bedürfnis von Konsumentinnen und Konsumenten. Das Nischenprodukt werde in Deutschland bereits erfolgreich vermarktet. In der Schweiz könnten die Landwirte solche die Milch aufgrund einer rechtlichen Unsicherheit nicht ausloben.

Die heutige Gesetzgebung im Lebensmittelbereich sieht nicht vor, dass das Kalb an der Kuh säuft, wenn gleichzeitig die Milch als Lebensmittel in den Verkehr gebracht wird. Gemäss Art. 32 der Verordnung über Lebensmittel tierischer Herkunft (VLtH), ist Milch das ganze Gemelk eines oder mehrerer Tiere, welches regelmässig gemolken wird. Der Begriff "ganzes Gemelk" schliesst das Saugen durch das Kalb aus.

Milch von Mutterkühen genüge den hohen Anforderungen des Lebensmittelrechts, sagte Peter Hegglin (CVP/ZG). Es spriche nichts dagegen, dass Mutterkühe nach dem Säugen der Kälber noch ausgemolken werden und diese Milch in den Verkauf gelange. Deshalb muss die Bestimmung im Lebensmittelrecht von "das ganze Gemelk" zu "das unveränderte Gemelk" geändert werden. Damit die Möglichkeit geschaffen, dass diese Milch in den Verkauf gelangt.

"Ich kann mir gut vorstellen, dass gewisse Konsumentinnen und Konsumenten Milch aus muttergebundener Kälberaufzucht nachfragen und als besonders tierfreundlich betrachten. Es macht deshalb keinen Sinn, diesen Wünschen keine Nachachtung zu verschaffen", sagte Hegglin weiter. 

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