1.04.2016 09:32
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Direktzahlungen
Direktzahlungen: Landschaftsqualitätsbeiträge legen massiv zu
Das Bundesamt für Landwirtschaf (BLW) hat das zweite Jahr des weiterentwickelten Direktzahlungssystems ausgewertet. Das System habe die gesellschaftlich erwünschten Leistungen erbracht. Das Total der Direktzahlungen hat sich leicht reduziert. Am meisten zugenommen haben die Landschaftsqualitätsbeiträge (+78%), massiv gesunken sind die Übergangsbeiträge.

Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 2,78 Mrd. Franken Direktzahlungen entrichtet. Das sind 25 Millionen (-0,9%) weniger als 2014. Das Minus ist auf die tieferen Übergangsbeiträge (-58%) zurückzuführen. Insgesamt hätten die Bauernbetriebe die von der Gesellschaft gewünschten Leistungen erbracht. Die tiefen Produzentenpreise im Milch- und Zuckermarkt seien für die Bauern eine „sehr grosse“ Herausforderung, so das BLW.

Mehr offene Ackerflächen und Dauerkulturen

Die direktzahlungsberechtigten Betriebe verändern die Nutzung der Flächen über die Jahre nur leicht. Gegenüber 2010 haben die offene Ackerfläche (+1‘800 ha) und die Dauerkulturen (+1‘100 ha) zugenommen. Die Fläche mit Futtergetreide konnte 2015 bei gut 59‘000 ha stabilisiert werden. Dies ist auf stabile Fläche bei der Gerste und beim Körnermais zurückzuführen. Das übrigen Futtergetreide verlor 3000 ha an Fläche.

Die Wirkung des neuen Direktzahlungssystems auf die Produktion kann noch nicht abschliessend beurteilt werden, so das BLW. Erste Beobachtungen deuten jedoch auf eine Stärkung des Ackerbaus hin. Die sei beabsichtigt. Die schwierige Lage auf dem Milch- und Zuckermarkt wird die weitere Entwicklung der Produktion stark beeinflussen, ruft das BLW in Erinnerung.

Mehr Kulturlandschaftbeiträge

Innerhalb der Beiträge kam es zu Verschiebungen. Die Versorgungssicherheitsbeiträge gingen um leicht um 2,6 Mio. Fr. auf 1,093 Mrd. zurück. Sie machen aber 39,3 Prozent der gesamten Direktzahlungen aus. Der Rückgang ist vor allem auf den tieferen Basisbeitrag zurückzuführen.

Zugenommen haben die Kulturlandschaftsbeiträge. Hier wurden 8,6 Mio. Fr. mehr entrichtet. 2015 entfielen insgesamt 504 Mio. Fr. oder 18,1 Prozent auf diesen Beitragstyp. Zugenommen haben vor allem die Alpungsbeiträge (+6,1 Mio. Fr. auf 107, 7 Mio. Fr.) und die Sömmerungsbeiträge (+1,3 Mio. Fr. auf 122,3 Mio. Fr.). Das BLW schreibt, dass die Bauern die Unterstützung für die Sömmerung nutzen und mehr Tiere alpen. Das habe den positiven Effekt, dass die Alpen weniger verbuschen würden.

Beiträge für Biodiversität sollen stabilisiert werden

Zunehmend waren auch die Beiträge für Biodiversität. Hier wurden 2015 23,1 Millionen mehr ausbezahlt. Insgesamt wurden 387 Mio. Fr. entrichtet. Von den Direktzahlungen fliessen nun 13,9 Prozent in diesem Beitragstyp. Zugenommen haben vor allem die Beiträge im Bereich Qualitätsstufe I und II und die die Vernetzungsbeiträge.

Das Ziel von 65‘000 ha Biodiversitätsförderflächen im Talgebiet wurde übertroffen, schreibt das BLW. Der Bundesrat hat deshalb die Beiträge für Flächen mit tieferer Qualität per 2016 um 10 Prozent gesenkt. Gleichzeitig hat er die Beiträge für Flächen hoher Qualität erhöht. Das Ziel von 40% Flächen mit hoher Qualität soll so erreicht werden (2015: 35%). Die Ausgaben für die Biodiversität sollen in den kommenden Jahren stabilisiert werden. Rückläufig waren die Zahlungen für artenreiche Grün- und Streueflächen.

Landschaftsqualität +78%

Am meisten zugelegt haben im zweiten Jahr der AP 2014-17 die Landschaftsqualitätsbeiträge. Die Zahlungen stiegen von 70 auf 125,5 Mio. Franken. Das entspricht einem Plus von 78 Prozent. „Mit rund 40 neuen Landschaftsqualitätsprojekten für die Erhaltung einer vielfältigen und attraktiven Kulturlandschaft setzen nun die meisten Bauernbetriebe Massnahmen um“, schreibt das BLW. Elf Kantone haben damit bereits die finanziellen Mittel ausgeschöpft, die ihnen der Bundesrat gemäss Budget zuteilt.

Angestiegen sind die Produktionssystembeiträge. Das Plus beträgt knapp 11 Mio. und liegt nun bei 450 Mio. Fr. Für die graslandbasierter Milch- und Fleischproduktion (GMF) wurden 108 Mio. Fr. entrichtet, 3,1 Mio. mehr als 2014. Die Beiträge für das Tierwohl stiegen um 4 auf 266 Mio. Fr. Der Anteile der Tiere im Programm „Regelmässiger Auslauf im Freien“ Raus betrug 75 Prozent.

Die Ressourceneffizienzbeiträge wurden um 6 auf 43 Mio. Fr. erhöht. Massiv gekürzt wurden die Übergangsbeiträge. Diese sanken um 130 auf 178 Mio. Franken. Das entspricht einem Minus von 58 Prozent.

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