16.11.2018 14:10
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Juragewässerkorrektion
Diskussion um dritte Juragewässerkorrektion
Rund 400 Gemeinde- und Interessensvertreter aus fünf Kantonen besprechen am heutigen Freitag in Murten FR die Zukunft des Dreiseenlandes in Zeiten des Klimawandels. Ziel dieser «Landsgemeinde» ist, eine dritte Juragewässerkorrektion aufzugleisen.

«Die Lebensmittelsicherheit ist durch die Klimaerwärmung bedroht», sagt Peter Thomet, Präsident der Interessengemeinschaft Pro Agricultura Seeland, welche zu den Organisatorinnen der Landsgemeinde gehört.

«Die Schweiz wird vom Klimawandel stärker betroffen sein als andere Länder, weil die Forscher eine Temperaturerhöhung von drei bis vier Grad voraussagen», sagt der pensionierte Ingenieuragronom ETH weiter.

Im Dreiseenland, dem grössten und fruchtbarsten Landwirtschaftsgebiet der Schweiz, gelte es, zwei Herausforderungen anzupacken, so Thomet: die Entwässerung und die Bewässerung. Thomet ist auch Vizegemeindepräsident von Ins BE, das ein Regionalzentrum im bernisch-freiburgischen Grossen Moos ist.

Entwässerungssysteme erneuern

In einer Resolution von Pro Agricultura von diesem Frühling steht, die drainierten Böden im Grossen Moos, der Orbe-Ebene und im Limpachtal hätten sich nach den bisherigen zwei Juragewässerkorrektionen ungleichmässig abgesenkt. Und sie seien dichter geworden.

Das führe zu länger andauernden Vernässungen in den Senkungen und zu Ertragsausfällen. Es gelte, die Entwässerungssysteme zu erneuern, Gelände zu erhöhen oder zu nivellieren und die Kapazitäten der Entwässerungskanäle zu erhöhen.

Bei sich häufenden Wetterextremen sei es nötig, mehr Wasser in kurzer Zeit wegschaffen respektive in Hitzeperioden genügend Wasser auf die Felder bringen zu können.

Thomet schwebt auch vor, ein Teil des Aarewassers nicht mehr am Ufer des Bielersees im Kraftwerk Hagneck BE zu turbinieren, sondern vom Hagneckkanal aus via eine neue Leitung in Richtung Grosses Moos zu verfrachten. Dies, damit in heissen, trockenen Jahren der Grundwassersee unter dem Grossen Moos gespiesen werden kann.

Geschätzte Kosten für diese bis 2050 zu realisierenden Bauarbeiten: insgesamt eine Milliarde Franken.

An der Landsgemeinde in Murten nehmen Vertreter aus den Kantonen Waadt, Freiburg, Neuenburg, Bern und Solothurn teil. Vertreten sind auch der Bund und Naturschutzorganisationen.

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE