7.08.2018 16:45
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Trockenheit
Dürre:SMP begrüssen Bund-Vorschläge
Um den Bauern wegen der Trockenheit zu helfen, hat der Bund verschiedene Massnahmen vorgeschlagen. Begrüsst wird von der Schweizer Milchproduzenten (SMP) eine Zollsenkung für Raufutter und die Zulassung von Ausnahmeregelungen im Bereich der Direktzahlungen. In der Pflicht sieht der Verband die Fleischbranche.

Die Trockenheit macht insbesondere auch den Milchviehhaltern zu schaffen. Auf den Weiden und Wiesen wächst kein Gras mehr, teilweise müssen die Bauern bereits die Wintervorräte verfüttern.

Trotz weniger Zoll Mehrbelastung

Für den kommenden Winter zeichnen sich Versorgungsengpässe ab. Dies führt zu steigenden Preisen im Inland. Deshalb hat der Bund entschieden, die Importzölle auf Heu temporär zu senken. Derzeit beträgt der Zoll noch 3 Franken pro 100 Kilo. «Die befristete Zollsenkung soll das zum Teil kompensieren», teilte der Bundesrat am Montag mit.

Die Schweizer Milchproduzenten (SMP) begrüssen eine Zollsenkung. «Auch wenn in den nächsten Wochen etwas mehr Kühe und Rinder geschlachtet werden dürften, als dies aufgrund des normalen Marktverlaufs zu erwarten war, braucht es aktuell zusätzliche Ergänzungsimporte zur Sicherung der Versorgung der Nutztiere», heisst es in der Mitteilung von Dienstag. Kurzfristig sei es zielführend und angebracht, die Grenzbelastung für Raufutter, insbesondere für Heu und für Silomais, zu senken. Trotz dieser Zollsenkung müssen die Produzenten mit einer deutlichen Mehrbelastung rechnen, heisst es weiter.

Proviande in der Pflicht

Zudem hat der Bund entschieden, dass Direktzahlungen auch bei Nichterfüllen der Anforderungen in vollem Umfang geleistet werden können. Das erlaubt die Beweidung von extensiv und wenig intensiv genutzten Wiesen sowie von Rotationsbrachen. Auch diese Massnahme wird von den SMP begrüsst. «Ausserordentliche Situationen rufen nach ausserordentlichen Massnahmen», so der Verband.

In der Pflicht sehen die SMP auch die Branchenorganisation der Fleischwirtschaft, Proviande. Der Import von 800 Tonnen Kuhfleisch stehe quer in der «Landschaft», heisst es. Die Importmenge reiche nun bis Oktober aus. Aufgrund der Trockenheit bringen mehr Bauern Kühe zum Metzger. Anfang Woche haben die Verarbeiter die Preise massiv gesenkt. «Auf dem Schlachtviehmarkt macht sich aufgrund des kurzfristig etwas höheren Angebotes sehr ungerechtfertigter Preisdruck bemerkbar», halten die SMP fest.

Der Dachverband der Milchproduzenten appelliert an die Produzenten, keine Panikverkäufe von Kühen zu tätigen. Die Bauern sollen den Verarbeitern Paroli bieten und nur dosiert Tiere liefern. «Denn strukturell besteht überhaupt kein Überhang und kein Grund zur Panik», mahnen die SMP. Die Proviande müsse künftig Importfreigaben restriktiver handhaben.

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