18.06.2018 18:16
Quelle: schweizerbauer.ch - lid/blu
Mercosur
Es geht um mehr als Steaks
Der Schweizer Bauernverband (SBV) ist der Meinung, dass ein akzeptables Freihandelsabkommen mit Mercosur möglich ist. Voraussetzung sei, dass die Interessen der Landwirtschaft berücksichtigt und die roten Linien bei sensiblen Produkten eingehalten würden.

Der Bericht zeige, dass die Mercosur-Staaten derzeit wenig Interesse an Schweizer Produkten hätten, schreibt der Verband in einer Medienmitteilung. "Es geht um mehr als Steaks aus Argentinien", so der Titel des Communiuqué. 

Gemäss dem Bericht beträgt der Anteil der vier Länder am Schweizer Exportvolumen ein Prozent. Fast drei Viertel davon machen pharmazeutische und chemische Erzeugnisse aus. Umgekehrt importiert die Schweiz in erster Linie ungerösteten Kaffee sowie Sojaschrot, Rind- und Pouletfleisch. Der Käseexport ist unbedeutend. Zudem produzierten die Länder nicht nur sehr günstiges Fleisch, sondern auch andere Agrarprodukte, die 1:1 in Konkurrenz mit der Schweizer Landwirtschaft stünden. 

Die Schweiz importiert 50 Prozent ihres Lebensmittelkonsums. Die Hälfte davon zollfrei, der Rest mit einem Durchschnittszoll von sechs Prozent, so der Verband. Um den Inlandanteil bei Lebensmitteln zu halten, ist nach Ansicht des SBV eine Importsteuerung unabdingbar. Das gelte insbesondere bei sensiblen Produkten. Die teil hohen Zölle auf diese seien in Verhandlungen eine Herausforderung für die Schweiz. Mit ihrem hohen Importanteil und der hohen Kaufkraft verfüge die Schweiz aber über einen interessanten Absatzmarkt und damit über eine wichtige Verhandlungsmasse. 

Der Verband stellt zudem klar, dass er nicht gegen Freihandelsabkommen sei. Voraussetzung für solche sei aber, dass auch die landwirtschaftlichen Interessen berücksichtigt und die roten Linien bei den sensiblen Produkten eingehalten würden. Zudem müsse die Schweiz in künftigen Abkommen auch nicht-tarifäre Hemmnisse verbindlich regeln. Der SBV ist deshalb überzeugt, dass auch mit den Mercosur-Staaten ein für alle akzeptables Abkommen möglich ist. Wo ein Wille sei, da sei auch ein Weg, so der Verband.

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