11.01.2015 09:49
Quelle: schweizerbauer.ch - sal
Emmentaler
ES-Vorstand will Mengensteuerung fortführen
Für den Vorstand der Sortenorganisation Emmentaler Switzerland (ES) ist klar: Es braucht weiterhin eine Mengensteuerung.

Am 23. Januar lädt die Sortenorganisation Emmentaler Switzerland (ES) zur ausserordentlichen Delegiertenversammlung. Traktandiert ist die Weiterführung der Mengensteuerung auf privatrechtlicher Basis. Stefan Gasser, Direktor der Sortenorganisation Emmentaler Switzerland (ES), erklärt auf Anfrage: «Der Vorstand der ES will die Mengensteuerung fortführen. Er war es auch, der den Anstoss dazu gegeben hat.»

Per Ende Juni 2015 

Ende Juni 2015 läuft die Allgemeinverbindlichkeit des Bundesrates für die heutige Mengensteuerung aus. Als das Bundesamt für Landwirtschaft und der Bundesrat nach anfänglichem Widerstand dazu im Frühling 2013 grünes Licht gaben, machten sie klar, dass nach zwei Jahren Flankenschutz des Staates die Branche für sich selbst allein die Verantwortung wird übernehmen müssen. «Für das Weiterbestehen unseres hochwertigen Produkts ist die Mengensteuerung ein Muss», betont Gasser.

Besteht nicht die Gefahr, dass Käser und Händler aus der ES austreten, um sich der Mengensteuerung zu entziehen? Schliesslich hatte im Jahr 2010 eine Handvoll Käsereien die damalige Mengensteuerung der ES zu Fall gebracht, als sie wegen ihrer «Menge-vor-Preis-Strategie» die ES verliessen und auf «Teufel komm raus» kästen.  Dazu sagt Gasser: «Die Mengensteuerung ist im Interesse aller. Wenn der Preis zusammenbricht, verlieren alle Milchproduzenten, Käser und Händler.» Man könne nie ausschliessen, dass niemand austritt. Aber er, Gasser, gehe nicht davon aus, dass dies torpediert werde. An der ausserordentlichen Delegiertenversammlung rechnet er mit deutlichen Mehrheiten in allen drei Familien.

ES-Präsident Heinz Wälti sagte an der ZMP-Käsereitagung im November, dass nur mit einer Mengensteuerung die Malaise durchschritten und ein Milchpreis von 80 Rp./kg erreicht werden könne. Denn so viel, ist Wälti überzeugt, braucht der Bauer für ein Kilo Milch, um langfristig eine Perspektive zu haben.

Käsekaufvertrag für alle

Traktandiert ist auch ein «standardisierter Käsekaufvertrag» (KKV). In der ES-Press Nr. 20 steht dazu: «Mit dem für alle Partner identischen ersten Teil des KKV soll eine Preisstabilität für die Einhaltung des Richtpreises ab Rampe Käserei bewirkt werden. Im zweiten individuellen Teil des KKV können Käufer und Verkäufer weitere Bedingungen zur Bestimmung des effektiven Kaufpreises festlegen.»

Emmi für Steuerung

Emmi als grösste Käsehändlerin der Schweiz wird die Vorschläge des Emmentaler-Vorstandes zuhanden der Delegiertenversammlung unterstützen und ihnen zustimmen. Dies teilt Sprecherin Sibylle Umiker auf Anfrage mit. «Jedem Mitglied der Sortenorganisation Emmentaler sind die Konsequenzen bei einem Scheitern der Mengensteuerung bekannt. Daher stimmen wir den Anträgen zugunsten der Wertschöpfung auf Stufe Milchproduzent und Käserei und zur Stärkung der Marke zu», erklärt sie.

Freigabe bei 67%

Der ES-Vorstand hat für die Monate Januar und Februar 2015 eine Produktionsfreigabe von 67% (Basisfreigabe) der entsprechenden Referenzmenge beschlossen. Dies geht aus der ES-Press Nr. 19  vom Dezember heraus. Er habe sich dabei auf den Antrag des Koordinationsgremiums und die neue Werbekampagne ab April 2015 gestützt.

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