31.05.2013 07:01
Quelle: schweizerbauer.ch - sda/afp
EU
EU einigt sich auf Fischereireform
Europa will die Überfischung seiner Gewässer beenden. Die Vertreter der 27 EU-Staaten, des EU-Parlaments und der EU-Kommission haben sich am frühen Donnerstagmorgen auf eine Reform der gemeinsamen Fischereipolitik geeinigt.

«Dies ist eine radikale Veränderung», versprach EU-Fischereikommissarin Maria Damanaki. Aktuell gelten knapp 40 Prozent der Bestände im Nordostatlantik als überfischt. 

Rückwurf nur in Ausnahmefällen

Bis zum Jahr 2020 sollen die Fischbestände ein Niveau erreichen, auf dem sie langfristig stabil sind, erklärte die deutsche Abgeordnete Ulrike Rodust. Sie betreute die Verhandlungen für das EU-Parlament federführend.  

Das Zurückwerfen von ungewollt gefangenem Fisch ins Meer - das oft zum Tod der Tiere führt - soll weitgehend verboten werden. «Wir werden [...] die Rückwürfe auf Null reduzieren», sagte Rodust. «Und nur in Ausnahmefällen - und das muss extra beantragt werden - dürfen die Fischer eventuell fünf Prozent zurückwerfen.» Den Rest müssen die Fischer an Land bringen und auf die erlaubten Fangmengen anrechnen lassen. Diese Regel soll für alle Schiffe unter europäischer Flagge gelten, auch wenn sie ausserhalb europäischer Gewässer unterwegs sind. 

Umweltorganisationen: Zu viele Ausnahmen 

Aus Sicht von Umweltorganisationen lässt das Ergebnis der zähen Verhandlungen zu wünschen übrig. Greenpeace sprach von «guten Nachrichten», hatte sich aber mehr erhofft. «Beifang darf weiter auf See entsorgt werden und auch mit dem Aufbau der Fischbestände will man sich länger Zeit lassen, als es nötig wäre», kommentierte die Organisation. Auch der WWF bemängelte Ausnahmen und Verzögerungen: «Ausnahmen verwässern das Rückwurfverbot.» 

Das Plenum des Europaparlaments muss dem Kompromiss noch zustimmen. Auch der Ausschuss der Botschafter der EU-Staaten muss grünes Licht geben. Der irische Minister Simon Coveney zeigte sich aber zuversichtlich, dass die Einigung dort eine Mehrheit findet. Coveney leitete die Verhandlungen für die EU-Länder, weil sein Land derzeit den Vorsitz der Staaten hat.

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