15.08.2014 08:42
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
EU
EU will Bauern nach russischem Importstopp helfen
Als die EU Wirtschaftssanktionen verhängte, schlug Moskau zurück: mit einem Importverbot für Lebensmittel. Darunter leiden die europäischen Bauern. Eine Woche lang hat die EU die Auswirkungen der Einschränkungen geprüft. Nun will Brüssel handeln.

Die EU stellt sich auf Moskaus Importbeschränkungen für Lebensmittel ein: Bei einem Sondertreffen am 8. September sollen die europäischen Landwirtschaftsminister über die Folgen der russischen Sanktionen beraten.

Gemüsebauern können auf Hilfe hoffen

Bauern können aber schon vor dem Ministertreffen auf Hilfe hoffen. EU-Agrarkommissar Dacian Ciolos kündigte Aufkäufe mehrerer leicht verderblicher Frucht- und Gemüsesorten an. Bei einem vorhergehenden Treffen mit Vertretern der EU-Staaten hätten mehrere Teilnehmer Schwierigkeiten beim Absatz von Tomaten, Gurken, Pilzen, Peperoni und Blumenkohl angekündigt, erläuterte Ciolos' Sprecher.

Bei welchen Sorten Brüssel genau in den Markt eingreifen werde, wolle die EU-Kommission über das Wochenende prüfen. Anfang nächster Woche will Ciolos Details mitteilen. Die Auswirkungen des russischen Verbots spüren nach EU-Angaben vor allem jene Produzenten, deren Erntesaison bereits begonnen hat.

Pfirsichbauern werden unterstützt

Darüberhinaus will die Brüsseler Behörde die Agrarmärkte genauer im Auge behalten. «Die aussergewöhnliche Situation, der wir als Ergebnis des russischen Verbots gegenüberstehen, verlangt rascheren und besseren Zugang zu Marktdaten», teilte Ciolos mit. Die Kommission werde daher von nun an jede Woche mit Vertretern der EU-Staaten zusammentreffen.

Die EU-Kommission hatte bereits in den vergangenen Tagen Aufkäufe von Pfirsichen und Nektarinen angekündigt. Die schlechte Marktlage hatte sie aber hier durch ungünstiges Wetter begründet und nur teilweise durch die russischen Einschränkungen.

Landwirtschaftliche Produkte gehören zu den wichtigsten Exportgütern

Ein hoher Diplomat erklärte am Donnerstag, die EU appelliere an Drittländer, nicht vom Importverbot für europäische Lebensmittel zu profitieren und die Lücken in Russland zu füllen. Solches Verhalten sei «unfreundlich».

Landwirtschaftliche Produkte gehören zu den wichtigsten Exportgütern der EU nach Russland - nach Maschinen, Chemikalien und Arzneimitteln. 2013 exportierten die EU-Staaten insgesamt Waren im Wert von knapp 120 Milliarden Euro (146,4 Mrd. Fr.) nach Russland. Davon waren nach früheren Angaben der EU-Kommission rund ein Zehntel Agrarprodukte. Die Behörde schätzt, dass Waren im Wert von 5,2 Milliarden Euro (6,34 Mrd. Fr.) von dem in Moskau ausgesprochenen Verbot betroffen sind.

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE