6.11.2013 12:44
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Fleischmarkt
Fleischeinfuhr: Bund beschliesst Systemwechsel
Nun hat sich der Bundesrat entschieden. Bei der Fleischeinfuhr wird die Einführung der Inlandleistung für geschlachtete Tiere eingeführt. Ab 2015 werden neu 40 Prozent der Kontingentsanteile für Fleisch von Rindern, Schafen, Ziegen und Pferden nach der Zahl der geschlachteten Tiere zugeteilt.

Die Bemessungsperiode startet am 1. Januar 2014, teilt der Bundesrat am Mittwoch mit. Die Erfassung der  für die Verteilung relevanten geschlachteten Tiere erfolgt durch die Schlachtbetriebe über die Tierverkehrsdatenbank (TVD). Damit werde die vom Parlament im Rahmen der AP 14-17 eingebrachte Einführung der Inlandleistung bei der Fleischeinfuhr mit der Änderung der Schlachtviehverordnung und der TVD-Verordnung umgesetzt.  

Monopolrente

Künftig werden also wieder 40 Prozent der Kontingente für Fleischimporte beim Fleisch von Rindern, Schafen, Ziegen und Pferden nach der Zahl der geschlachteten Tiere zugeteilt. Die 50 Prozent sollen aber weiterhin versteigert werden. Das Parlament hatte die Rückkehr zu einer Inlandquote bei der Beratung der neuen Agrarpolitik gegen den Willen des Bundesrates beschlossen. 10 Prozent der Kontingente werden von Tieren der Rinder- und Schafgattung, die nach der Zahl der an öffentlichen Schlachtviehmärkten ersteigerten Tiere, zugeteilt. Bürgerliche Befürworter erhofften sich von der Berücksichtigung der Inlandleistung Vorteile für kleinere Betriebe sowie tiefere Preise für die Konsumenten.

Der Bundesrat und die Gegner monierten dagegen, vom Wechsel würden lediglich die wenigen grossen Schlachtbetriebe profitieren. Gemäss Wirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann teilen sich bei den Rindern beispielsweise fünf Betriebe 70 Prozent des Marktes. Diese würden von einer Monopolrente profitieren.

Rinder: Mindestalter 161 Tage


Die durch den Systemwechsel resultierenden Mindereinnahmen bei der Versteigerung der Kontingentsanteile von 37 Millionen Franken will der Bundesrat ab 2015 bei den Massnahmen zu Gunsten der Viehwirtschaft (Inlandbeihilfen und Versorgungssicherheitsbeiträge auf Dauergrünland) kompensieren. Das Parlament muss diesem Vorschlag aber noch zustimmen. Initiiert wurde der Vorschlag vom Schweizer Fleischfachverband in Zusammenarbeit mit dem Schweizerischen Bauernverband. Gemäss SFF hat das System der Fleischversteigerungen den Konzentrationsprozess in der Branche beschleunigt. Die Unternehmen könnten nicht mehr planen, da ungewiss sei, ob und wieviel Fleisch sie aus dem Ausland beziehen könnten.

Weiter hat der Bundesrat entschieden, dass die ab dem 1. Juli 2014 auf den öffentlichen Märkten ersteigerten Tiere der Gattung Rinder ein Mindestalter von 161 Tagen aufweisen müssen, wenn sie als Inlandleistung geltend gemacht werden wollen. Damit soll auf den Märkten der Ablauf verbessert, der Wettbewerb gestärkt und die Vorgaben des Landwirtschaftsgesetzes korrekt umgesetzt werden, heisst im Communiqué weiter.

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE