23.07.2012 16:21
Quelle: schweizerbauer.ch - Reto Blunier
Kulturland
Folgen weitere Kulturlandinitiativen in anderen Kantonen?
Nach dem überraschenden Ja zur Kulturlandinitiative im Kanton Zürich werden in Bern, Freiburg und Solothurn solche Anliegen vorbereitet. Getragen wird die Idee vor allem von Bauern aus dem Berner Seeland.

Die Überraschung (Konsternation) war gross im Kanton Zürich. Gegen den Willen der Regierung und der Mehrheit der Parteien sagte das Zürcher Stimmvolk im Juni mit 54 Prozent Ja zum Schutz des Kulturlandes. Im „Wirtschaftskanton Nummer 1“ darf kein neues Land mehr eingezont werden.

Die Zürcher Baudirektion wies die Gemeinden vor Kurzem an, ab sofort alle Verfahren für planungsrechtliche Festlegungen zu sistieren, mit denen neue Bauzonen geschaffen werden sollen.

Zum Land Sorge tragen

Nun haben auch die Bauern im Berner Seeland eine ähnliche Vorlage nach Zürcher Vorbild im Köcher, schreibt die "Berner Zeitung" in ihrer Samstagsausgabe. Die Fäden zieht die IG Pro Agricultura Seeland unter Präsident Peter Thomet. Für den Inser Gemeinderat und Dozent an der Fachhochschule Zollikofen ist es klar, dass es eine solche Initiative braucht. „Wenn wir weiterhin die Eigenverantwortung durch die Landwirtschaft erwarten, müssen wir zu unserem Land Sorge tragen“, sagt gegenüber der BZ. Die Schweiz verfüge über eine der kleinsten Kulturlandflächen der Welt.

Die IG ist aber auch im Gespräch mit den Bauernverbänden in Solothurn und Freiburg. Und die Signale aus den Nachbarkantonen seien positiv. Der Berner Bauernverband soll in Kürze ebenfalls informiert werden. Thomet zweifelt nicht am Erfolg. Die Unterschriften hätten sie schnell zusammen. Zudem habe die Zweitwohungsinitiative gezeigt, dass solche Vorhaben erfolgreich seien, ist sich Thomet sicher.

Auf der Suche nach Partner

Die IG sei offen für Allianzen, betont er. Und im Kanton Bern stösst die Idee auch auf offene Ohren. Die Grüne Partei hat ein Team eingesetzt, dass sich mit der Thematik auseinandersetzt. „Das Thema hat eine grosse Bedeutung“, verkündet Präsident Blaise Kropf. Man müsse sich nun inhaltlich mit der IG Agricultura finden. Doch da dürften noch einige Hindernisse vorhanden sein. Nebst dem gemeinsamen Ziel, den Kulturlandverlust einzugrenzen, möchte die IG auch den Verlust durch Gewässer-, Boden- und Tierschutz minimieren.

Offen ist auch, ob die Grünliberalen eine solche Initiative unterstützen würden. Im Kanton Zürich lehnte die kantonale Sektion dieses Begehren ab.

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