25.05.2013 10:40
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Freihandel
Freihandel: Schweiz will eine Reihe von Abkommen aktualisieren
Die Schweiz will eine Reihe von Freihandelsabkommen aktualisieren und erweitern, die in die Jahre gekommen sind. Auch zu diesem Zweck ist Seco-Chefin Ineichen-Fleisch nach Ankara gereist, wo sie sich mit dem türkischen Vize-Wirtschaftsminister getroffen hat.

Das Freihandelsabkommen der EFTA, zu der die Schweiz gehört, mit der Türkei stammt aus dem Jahre 1992 und ist mittlerweile veraltet, wie die Chefin des Staatssekretariates für Wirtschaft (Seco), Marie-Gabrielle Ineichen-Fleisch, am Rande einer Veranstaltung in Istanbul im Gespräch mit der Nachrichtenagentur sda sagte. 

Denn es decke nur die Thematik Güter und ein Stück weit geistiges Eigentum ab. Nicht enthalten seien dagegen Dienstleistungen, öffentliches Beschaffungswesen, Investitionen, nachhaltige Entwicklung oder Handelserleichterungen. Sie habe mit dem türkischen Vize-Wirtschaftsminister Mustafa Sever darüber gesprochen, dass es gut wäre, «wenn wir auf Expertenebene Gespräche beginnen könnten». 

Weitere Staaten 

Auch mit einer Reihe von anderen Staaten versuche man die Freihandelsabkommen zu erneuern. Darunter seien Kanada, Südkorea, Singapur und Mexiko. «Wir versuchen, die Freihandelsabkommen aufzudatieren, wo die USA oder die EU ein besseres Abkommen haben», sagte Ineichen-Fleisch. 

Dies sei aber nicht immer einfach. Denn auch die Schweiz müsse Konzessionen machen. «Und vor allem bei den Einfuhrzöllen haben wir einfach nicht mehr viel zu bieten», was die Gegenseite interessiere, sagte Ineichen-Fleisch. 

Erfolg mit China 

«Stark beschäftigen uns aber die Bestrebungen für neue Freihandelsabkommen wie mit China, Indien, Russland, Vietnam oder Indonesien», sagte Ineichen-Fleisch. Nach dem Abschluss der Verhandlungen mit China will Wirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann den Vertrag im Juli in Peking unterzeichnen, wie er am Freitag anlässlich des Besuchs des chinesischen Regierungschefs Li Keqiang in Zürich sagte. 

Noch nicht so weit ist die Schweiz mit Indien. Hier gebe es noch viele offene Punkte wie etwa den Marktzugang im Industriebereich, die Landwirtschaft, das geistige Eigentum oder die Nachhaltigkeit, sagte Ineichen-Fleisch. 

Die Schweiz hat mittlerweile 27 Freihandelsabkommen abgeschlossen. Der wohl wichtigste Vertrag ist auch einer der ältesten, nämlich das Abkommen mit der europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) aus dem Jahr 1973. Dieses kommt heute für den Handel mit allen EU-Ländern zur Anwendung.

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