Mittwoch, 25. November 2020
28.10.2020 19:15
Coronavirus

«Gemeinsam die Krise meistern»

Share on print
Share on email
Share on facebook
Share on twitter
Von: sda

Der Bundesrat hat am Mittwoch weitere einschneidende Massnahmen beschlossen, um die Corona-Pandemie in den Griff zu bekommen. Die Landesregierung äusserte sich am Nachmittag zu den Verschärfungen.

«Wir wollen alle, dass die Schweiz diese Krise gemeinsam meistert», sagte Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga vor den Bundeshausmedien in Bern.

Weniger Kontakte

«Niemand möchte, dass in unseren Spitälern die Betten für Notfallpatienten fehlen, niemand will ein Lockdown. Tausende von Arbeitsplätzen sollen nicht Gefahr gebracht werden,» erklärte Sommaruga. Deshalb habe der Bundesrat neue Massnahmen ergriffen, die ab Mitternacht gelten würden. «Wenn wir weniger Kontakte haben, bringen wir die Zahl der Kontakte herunter und damit auch die Hospitalisierungen.»

Die Folgen für die Beschäftigten müssten abgesichert werden: Mit der Kurzarbeit wie bisher – ausserdem werde der Bundesrat am Mittwoch Lösungen für Härtefälle beraten. Die Situation sei für niemanden leicht. «Wir brauchen die Kontakte, wir brauchen den Ausgang. Wir möchten ins Kino, beim Fussballmatch mitfiebern. Wir brauchen die Nähe zu Familie und Bekannten.»

Die Unsicherheit belaste: «Eins ist sicher: Desto schneller wir den Virus unter Kontrolle bringen, umso schneller ist dies alles wieder möglich.» «Auch durch diesen Herbst kommen wir nur gemeinsam», so die Bundespräsidentin.

Gesundheitsminister Alain Berset hat die strengeren Corona-Massnahmen auf Bundesebene verteidigt. «Die bisherigen Massnahmen genügen nicht, um die Epidemie einzugrenzen.» Es brauche deshalb neue Regeln.

Letzte Möglichkeit, Lockdown zu verhindern

Die Kampagnenfarbe des Bundesamts für Gesundheit (BAG) habe auf Rot gewechselt. «Das ist kein Zufall.» Die Fallzahlen, die Zahl der Spitaleinweisungen und der Todesfälle müssten schnellstmöglich runterkommen. «Wir tun alles, was wir zur Eindämmung tun können», sagte Berset. Die Massnahmen seien in Zusammenarbeit mit den Kantonen erarbeitet worden. «Es sind schwierige Massnahmen, weil sie die persönliche und wirtschaftliche Freiheit einschränken.»

Laut Gesundheitsminister Alain Berset muss die Reproduktionszahl von heute gegen 1,7 um die Hälfte reduziert werden, um die Kontrolle über die Epidemie wieder zu erlangen. Heute stecken zehn Corona-Infizierte im Schnitt 17 weitere Personen an. Die neuen Regeln seien «die letzte Möglichkeit, um einen Lockdown zu verhindern», sagte Berset am Mittwoch vor den Bundeshausmedien. «Ohne einschneidende Massnahmen geht es nicht.»

Nicht im Widerspruch zur Wirtschaft

Derzeit sei die Schweiz ein europäischer Hotspot. Die 14-Tage-Inzidenz in der Schweiz liege über jener der Nachbarländer, in einigen Kantonen sogar über 1000 Fällen pro 100’000 Einwohner.

Die Massnahmen gegen das Coronavirus stehen nach Ansicht des Bundesrats nicht im Widerspruch zur Wirtschaft. «Wenn wir das Virus so stark wie möglich eindämmen, bleiben die Kosten für die Wirtschaft am tiefsten», sagte Wirtschaftsminister Guy Parmelin. Gewisse Branchen würden unter den neu verhängten Massnahmen leiden, sagte Parmelin. Es stünden aber im Covid-19-Gesetz Instrumente zur Verfügung, um die wirtschaftlichen Folgen abzufedern.

Massnahmen unbefristet

Dass die strengeren Corona-Massnahmen auf Bundesebene unbefristet seien, hiesse nicht, dass sie lange gälten, sagte Gesundheitsminister Alain Berset. «Sie gelten so lange wie nötig.» Man müsse in dieser epidemiologischen Lage flexibel bleiben.

«Wir müssen erst sehen, ob die Massnahmen wirken», sagte Berset am Mittwoch vor den Bundeshausmedien. Es brauche zuerst eine Stabilität im System, bevor man wieder lockere. Diese Stabilität habe man heute nicht. Deswegen gebe es keine Fristen. Berset erwartet, dass die neuen Massnahmen relativ rasch ihre Wirkung entfalten. Man könne durchaus in den nächsten Tagen erwarten, erste Resultate zu sehen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

SCHWEIZER BAUER

DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE