28.08.2018 11:39
Quelle: schweizerbauer.ch - ats
Agrarinitiativen
Gemüseproduzenten sagen 2x Nein
Am 23. September stimmen die Schweizer Stimmbürgerinnen und Stimmbürger über zwei Volksinitiativen ab. Der Leitende Ausschuss des Verbands Schweizer Gemüseproduzenten (VSGP) lehnt sowohl die «Fair Food-Initiative» als auch die «Initiative für Ernährungssouveränität» ab, heisst es in einer Mitteilung.

Die Volksinitiative «Für gesunde sowie umweltfreundlich und fair hergestellte Lebensmittel (Fair-Food-Initiative)» ziele insgesamt auf eine ökologisierte Landwirtschaft ab. Der VSGP mache seit Jahren auf die unterschiedlichen Anforderungen an die inländische Produktion und die importierte Ware aufmerksam.

Während durch GlobalGAP und SwissGAP bereits heute eine Harmonisierung der guten Agrarpraxis im In- und Ausland gegeben sei, bestünden grosse Differenzen in anderen Bereichen, wie zum Beispiel bei den zugelassenen Produktionsmitteln, den Produktionskosten und der Investitionen.

Die Initiative suggeriere eine Angleichung der Produktionsstandards und -Bedingungen vom In- und Ausland, was nur in einigen Aspekten der Fall sei. Zudem sei unklar, wie dies umgesetzt und kontrolliert werden solle. Ebenso habe der VSGP Bedenken, was die Weiterentwicklung der geltenden Standards angehe. Aus diesem Grund lehne der VSGP die Initiative ab. 

Nachteile überwiegen

Die Initiative «Für Ernährungssouveränität. Die Landwirtschaft betrifft uns alle» nehme Kernanliegen des VSGP auf. Auch der Verband setze sich für den Erhalt des Grenzschutzes und nationale Arbeitsbedingungen ein. Die Initiative ziele jedoch auf eine Landwirtschaft ab, welche den Entwicklungen im Gemüsebau der vergangenen Jahre entgegenstehe. Während sich der Gemüsebau immer stärker an der Nachfrage am Markt ausgerichtet habe, sehe die Initiative vermehrte Eingriffe durch den Staat vor. 

Der VSGP beziehe nur Position zu Vorlagen, von welchen der Gemüsebau direkt betroffen sei. Dem VSGP ist es ein Anliegen, innovative Ideen, welche die Ziele des Verbandes aufnehmen nicht zu blockieren, steht in der Mitteilung. Im Fall der vorliegenden Initiativen würden solche Elemente aufgegriffen werden. Bedauerlicherweise würden insgesamt aber die Nachteile für den Gemüsebau überwiegen.

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