25.09.2013 14:33
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Gemüseproduzenten
Gemüseproduzenten: Wärmekraftkopplung könnte 20'000 Haushalte mit Strom versorgen
Die Schweiz strebt eine Energiewende an. Die Stromleistung von den Atomkraftwerken muss aber ersetzt werden. Die Gemüseproduzenten kritisieren, dass der Bund mit dem angedachten Massnahmenpaket zur Energiestrategie 2050 die Stromproduktion aus Gewächshausern zu wenig fördere.

„Verzicht auf die Stromversorgung für 20'000 Haushalte“. So überschreibt der Verband Schweizer Gemüseproduzenten (VSGP) seine jüngste Medienmitteilung. Die Gemüsebetriebe und besonders solche mit Gewächshäusern hätten in den vergangenen Jahren in Zusammenarbeit mit der Energieagentur der Wirtschaft (EnAW) in den Bereichen Energieeffizienz und der Reduktion des CO2-Austosses grosse Anstrengungen unternommen.

Drei Massnahmen vorgeschlagen

Die Bedingungen zur Stromproduktion ohne zusätzlichen CO2-Ausstoss wären aus der Sicht des VSGP aber ideal. Der Bund habe die Bedeutung der Wärmekraftkopplung (WKK) in der Energiestrategie 2050 anerkennt, die Massnahmen zur Förderung dieser Energieerzeugung seien jedoch zu wenig „griffig“.

Um die Energiewende zu vollziehen und das Abschalten der AKW zu ermöglichen, seien Massnahmen bei den Wärmekraftkopplungs-Anlagen vonnöten, betont der Verband. Das Potenzial zur Stromproduktion wird auf „mindestens“ 20'000 Haushalte veranschlagt. Da die Betriebe noch grösser würden, werde das Potenzial weiter ansteigen. Der VSGP schlägt zur Förderung drei Massnahmen vor:

- Senkung des Gaspreises durch eine konsequente Liberalisierung des Gasmarkts. Der VSGP geht davon aus, dass eine freie Lieferantenwahl zu besseren Konditionen führen würde. Zudem werde die Konkurrenzfähigkeit gegenüber ausländischen Betrieben gestärkt.

- Förderung von Wärmekraftkopplung (WKK) mittels eines Beitrags analog der KEV.

- Vollständige Befreiung von WKK im Gemüsebau von der CO2-Abgabe. Das CO2 geht in Gewächshäusern nicht verloren, sondern wird zur Düngung der Kulturen ohnehin benötigt.

Nicht mehr CO2

Die Kritik, dass durch WKK mehr CO2 in die Atmosphäre gelange und ein Wärmeabnehmer nötig sei, entfalle im Gemüsebau, heisst es im Communiqué. „Blockheizkraftwerke im Gemüsebau wären keine Kraftwerke im engeren Sinne, sondern eine sinnvolle Form der Nutzung der Energie. Die Abwärme und der CO2- Ausstoss würden dabei direkt zur Beheizung und Düngung der Kulturen genutzt“, hebt der VSGP hervor.

Zudem können WKK-Anlagen dann Elektrizität produzieren, wenn diese besonders gefragt ist. Die Wärme wird in Wärmespeichern gespeichert, bis sie zur Beheizung des Gewächshauses benötigt wird. Ein kurzfristiges „Stromdefizit“ im Netz kann so durch rasches Einschalten ausgeglichen werden. WKK-Anlagen würden deshalb dem angestrebten Konzept der dezentralen Stromversorgung sehr gut entsprechen, so der Verband. Einige Projekte seien jedoch wegen den hohen Kosten auf Eis gelegt. In den Niederlanden würden WKK-Anlagen seit Jahren einen „beträchtlichen“ Teil des Strombedarfs decken.

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