30.06.2015 17:00
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Nationalrat
Glyphosat: NR-Kommission wartet Studie ab
Die Wissenschaftskommission des Nationalrats (WBK) lehnt ein übereiltes Vorgehen gegen das Unkrautvertilgungsmittel Glyphosat ab. Sie hat die Beratung von zwei Geschäften verschoben, bis ein Expertenbericht des Bundes und eine Studie der Internationalen Agentur für Krebsforschung der WHO (IARC) vorliegt.

Ein Fachartikel zu dieser Untersuchung hatte die Debatte über Glyphosat neu entfacht. Demnach soll das Herbizid «wahrscheinlich krebserregend» sein. Die Grünen verlangten daraufhin, den Verkauf zu stoppen und die Gefährlichkeit umfassend abzuklären.

Der Bundesrat wies in seiner Antwort darauf hin, dass der Bericht und die Ergebnisse, auf die die IARC ihre Einstufung stützt, noch gar nicht vorliege. Heute sei Glyphosat in der Schweiz und in Europa nicht als karzinogen eingestuft. Die Kommission nehme das Thema ernst, wie es in einer Mitteilung der Parlamentsdienste vom Dienstag heisst. Sie will die Vorstösse aber erst weiter behandeln, wenn alle Informationen zur Verfügung stehen.

In der Schweiz werden jährlich schätzungsweise 300 Tonnen Glyphosat eingesetzt. Der Wirkstoff findet sich in rund 70 zugelassenen Produkten, darunter im bekannten Herbizid Roundup. Glyphosat kann auch von Privaten eingesetzt werden. Nach Bekanntwerden der neuen Ergebnisse haben Coop und Migros glyphosathalige Produkte aus dem Sortiment genommen.

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