7.03.2019 15:30
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Agrarpolitik
Graubünden will Bergbauern stärken
Die Vernehmlassung zur Agrarpolitik 2022+ (AP22+) hat diese Woche geendet. Die Regierung des Kantons Graubünden zeigt sich mit der Stossrichtung einverstanden. Sie fordert aber eine Stärkung des Berggebiets.

Die Bündner Regierung wertet einige Punkte der AP22+ als positiv. Sie begrüsst, dass die im Zeitraum 2022 bis 2025 die Bundesmittel von durchschnittlich knapp 3,48 Milliarden Franken pro Jahr auf dem gleichen Niveau wie heute beibehalten werden sollen. Die Stabilität ist wegen des Investitionsbedarfs auf den Landwirtschaftsbetrieben von grosser Bedeutung, hält der Kanton am Donnerstag in einer Mitteilung fest.

Kein Erwerb durch juristische Personen

Zufrieden zeigt sich der Kanton auch, dass keine Verschiebung von Direktzahlungen zwischen den Tal- und Bergzonen geplant ist und die Beiträge für das Sömmerungsgebiet nicht angepasst werden sollen.

Die Bündner Regierung sieht aber auch Verbesserungspotenzial bei der AP22+. Abgelehnt wird der Erwerb von landwirtschaftlichen Grundstücken durch juristische Personen sowie die Aufhebung der minimalen Anzahl Nutztiere pro Hektare. Keine Zustimmung gibt es auch für die Direktzahlungsobergrenze pro Betrieb.

Strukturverbesserungsbeiträge erhöhen

Grosses Gewicht misst der Kanton Graubünden den Strukturverbesserungsbeiträge bei: «80 Prozent aller Bündner Betriebe befinden sich in den Bergzonen 3 und 4. In den letzten zehn Jahren musste schweizweit jeder fünfte Betrieb in diesen Zonen seine Stalltüren für immer schliessen.» Das Berggebiet und damit die Bergbauern müssen deshalb aus der Sicht der Regierung im Gesetz gestärkt werden. Investitionen in Infrastrukturanlagen und der allgemeine Betriebsaufwand seien im Verhältnis zu Talregionen wesentlich höher, zudem seien die Arbeits- und Lebensbedingungen erschwert.

Nicht nachvollziehen kann die Regierung, dass die Strukturverbesserungsbeiträge unter das Niveau der Periode 2008 bis 2013 gesenkt werden sollen. Die Regierung fordert deshalb, die Beiträge für die Strukturverbesserungen für die Jahre 2022 bis 2025 schrittweise wieder auf 90 Millionen Franken zu erhöhen. Mit den Geldern werde zudem auch der Zielsetzung der dezentralen Besiedelung Rechnung getragen.

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