13.09.2013 14:11
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Energie
Grüne Bauwirtschaft wegen KEV-Pläne des Bundes verunsichert
Die Pläne des Bundesrates zur Änderung der Einspeisevergütung (KEV) für erneuerbare Energien verunsichern Schweizer Gebäudesanierer, Holzbauer und Planer. Um die Ziele bei den erneuerbaren Energien zu erreichen, müsse das KEV-System einfach bleiben, fordern sie.

Die Pläne des Bundesrates bedeuteten eine «Verkomplizierung», sagte Nationalrat Eric Nussbaumer (SP/BL) gemäss Redetext am Freitag in Bern. Zwar sei die Ausweitung des KEV zwingend, doch man sei besorgt über den Plan, dass Produzenten künftig ihren Strom direkt vermarkten sollen. 

Schwierig sei zudem, dass Kleinwasserkraftwerke verboten, Kleinanlagen nur mit Einmalbeiträgen unterstützt sowie Auktionen zur Strompreisermittlung durchgeführt werden sollen. Um das Ziel zu erreichen, den Anteil der erneuerbaren Stromproduktion von 60 Prozent bis 2035 auf 85 Prozent zu steigern, brauche es einen verlässlichen Investitionsrahmen. Diesen garantiere das heutige KEV-System bereits. 

«Jahrhundertchance» 

Nussbaumer ist Vorstandsmitglied der A EE, der Agentur für erneuerbare Energien und Energieeffizienz. Die Vorbehalte der A EE teilen auch Vertreter von 26 Verbänden der Baubranche - vor allem Gebäudesanierer - und von elf Verbänden von Planern, wie dem Communiqué zu entnehmen ist. 

Insgesamt lobten sie die Energiestrategie 2050 des Bundes als «nachhaltige Investition in die Zukunft und langfristige Stärkung der Schweizer Wirtschaft». A EE-Präsident Christoph Rutschmann nannte die Energiewende eine «Jahrhundertchance für unser Land». 

Boom bei Sanierungen erwartet 

Hans Rupli von Holzbau Schweiz erwartet, dass die neue Klima- und Energiepolitik in der Schweiz einen Umsatz von etwa 22 Milliarden Franken generieren wird. Man rechne zudem mit der Schaffung von etwa 16'000 Arbeitsplätzen. 

Die Energiewende könne vor allem bei den Gebäudesanierungen einen Boom auslösen. Dazu brauche es aber genügend Fachleute, mahnte der Präsident des Schweizerischen Ingenieur- und Architektenvereins, sia, Stefan Cadosch. 

Kantone gefordert 

Die Kantone forderte Cadosch auf, bei den Gebäudesanierungsprogrammen vorwärts zu machen. Diese müssten eine Führungsrolle übernehmen. Der Gebäudepark nehme in der Schweizer Energielandschaft eine Schlüsselrolle ein: 49 Prozent des Verbrauchs fossiler Energieträger wie Erdöl- und gas und 37 Prozent des elektrischen Energieverbrauchs gingen auf Gebäude zurück, sagte der sia-Präsident. 

Um die Ziele der Energiestrategie zu erreichen, reiche es nicht sich auf das Fördern von Dämmen und Neubauten zu beschränken, vielmehr müsse man das Augenmerk auf CO2-freie Gebäudetechnik und die «Transformation» von Altbauten legen.

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